Awesome

Kurve um Kurve schraubten wir uns  höher, während die Schnee- und Eisfelder am Strassenrand stetig grösser wurden . Nach 1 Stunde Fahrt erreichten wir den Kraterrand und blickten in ein Blau, welches perfekter nicht sein könnte. Wir befanden uns auf 2000 Meter über Meer auf dem Kraterrand des ehemaligen Mount Mazama. Dieser Vulkan hatte sich vor 7700 Jahren entschlossen seine Spitze wegzusprengen. Zurück blieb ein grosses Loch, welches sich langsam mit Wasser füllte. Es entstand einer der klarsten Seen mit einer spiegelgleichen Wasseroberfläche und einem schon beinahe hypnotischen Blau.

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Crater Lake Oregon

In der Mitte erhebt sich eine Minivulkan, genannt Wizard Island. Im Sommer führt eine Strasse dem Kraterrand entlang rund um den See um diese Naturspektakel von allen Seiten betrachten zu können. Aufgrund der doch schon fortgeschrittenen Jahreszeit war bei unserem Besuch nur noch circa 1/3 der Strasse offen. Wir filmten und knipsten was die Kameras hergaben, immer mit der Gewissheit, dass sich diese Schönheit nie auf Film bannen lässt.

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Wizard Island Crater Lake Oregon

Nach insgesamt 200 Kilometer stoppten wir in einem Motel in Grants Pass. Auf dem Motelparkplatz wuschen wir fachmännisch die Luftfilter mit Benzin aus und ölten sie anschliessend kräftig ein. Abendessen gabs Pasta und Bier, wobei das Bier selbstverständlich nur gegen vorweisen der ID serviert wurde. Im Walmart hängt sogar ein Schild, das alle Personen die jünger als 40 Jahre aussehen ihre ID zeigen müssen.

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Neuer Tag

Der nächste Tag brachte ein neues Projekt. Auf dem Weg zurück ans Meer machten wir einen Abstecher in die Oregon Caves, ein Höhlensystem an der Grenze zu Kalifornien. Just in Time für eine Führung erreichten wir die Höhle im hintersten Winkel eines Tals. Unser Guide war Ranger Billy und unsere Gruppe zählte 13 Köpfe.

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Ranger Billy

90 Minuten lang erkundeten wir die Höhle und lernten dabei einiges von Ranger Billy. Mit in der Gruppe war Scott aus San Diego. Scott hat gerade die TV Doku „ Long Way Round“ gesehen. (Die Schauspieler und Freunde Ewan McGregor und Charly Booreman fahren 2004 mit zwei Motorrädern um die Welt via einer ähnlichen Route wie wir) Somit war Scott ganz aus dem Häuschen, als er von unserer Reise erfuhr. Scott träumt schon lange von einer solchen Reise. Seine Frau ist aber ab der Idee “not very amused”. Ein anderes nettes Ehepaar aus Florida schenkte uns Früchte und wünschte gute Reise. Allgemein sind die Amerikaner sehr aufgeschlossen und interessiert an dem was wir machen. Am späteren Nachmittag passierten wir die Grenze zwischen Oregon und California. Und plötzlich wird man sich bewusst, wo man sich eigentlich gerade befindet. Mit dem eigenen Motorrad auf dem legendären Highway 101 in Kalifornien. Awesome!

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It never rains in California…

Am nächsten Tag gings ab in die Botanik Bäume anschauen. Nicht irgendwelche Bäume, sondern richtig, richtig grossen Bäume. Im Redwood National Park wachsen diese riesigen Bäume. Nicht nur sind die Redwoods unglaublich hoch und dick, sie sind auch mitunter bis zu 2000 Jahre alt.

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Bäumig

Als Jesus im Stall von Bethlehem auf die Welt kam, wuchs ein kleiner Spross am anderen Ende der Welt. Faszinierend! Aber im Redwood Nationalpark gibt’s nicht nur Bäume, sondern auch massig Farn. Im Farn Canyon wächst das grüne Zeugs an 1o Meter hohen Felswänden. Wirklich sehr schön und einen Abstecher wert.

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Fern Canyon

Weiter südlich befindet sich die Avenue of Giants. Eine gut ausgebaute Strasse führt durch eine besonders grosse Anzahl mächtiger Redwoods. Hier gibt es zahlreiche Drive Trough Bäume. Wie der Name sagt, grosse Bäume mit einem Loch, durch welches man gegen Entgelt fahren kann. Auch wir liessen es uns nicht nehmen fuhren für 8 $ durch einen dieser Bäume. Die ganze Avenue of Giants ist sehr touristisch und gesäumt von Souvenirshops. Von Yeti Artefakten über Bärentatzen-Rückenkratzer bis hin zum mystischen Indianerschmuck gibt es alles zu kaufen. Wir entschieden uns für einen Hotdog.

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Souvenirshop in einem Baum

Bei Leggett geht von der 101 die Nummer 1 ab. The One. An der äussersten Kante der Küste schlängelt sich diese Strasse dem Pazifik entlang und offenbart spektakuläre Aussichten Kehre nach Kehre.

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Traumhaft

In Fort Bragg waren wir gerade am Tanken, als die zwei Engländer, welche im selben Container waren, neben uns hielten. Nach abgeschlossenen Reparaturen sind sie seit wenigen Tagen unterwegs und haben uns bereits eingeholt. Sie hatten es eilig, denn ihr Tagesziel war San Francisco. Wir fanden San Francisco kann noch warten und checkten im Motel neben der Tankstelle ein. Awesome!

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Und tschüss

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Oyster Coast

Bevor es los geht mit dem Post, kurz Werbung in eigener Sache. Unser Blog wurde in der Zeitschrift “MotorradABENTEUER” Ausgabe November/Dezember 2013 vorgestellt. Um die nette Rezension über www.rvsz.ch zu lesen einfach an den nächsten Kiosk gehen, die Ausgabe kaufen und auf Seite 42 aufschlagen. Alternativ kann die Zeitschrift auch online heruntergeladen werden.

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Grösste Motorradreisezeitschrift im deutschsprachigen Raum

Und los gehts. Gut genächtig und gut gelaunt machten wir uns auf den Weg Richtung Olympic National Park. Dichtes Baumwerk und dicker Nebel trübten die Sicht, jedoch nicht den Fahrspass. Immer wieder gibt es eine Ausfahrt mit vielversprechenden Sehenswürdigkeiten. Wir machen einen kurzen Halt am Ruby Beach. Der Pazifik zeigte sich hier von seiner wilden Seite, was für ein Kontrast zu den Sandstränden mit Palmen und kristallklarem Wasser in Südostasien. Rast für die Nacht machen wir in Aberdeen, einer kleinen Stadt westlich von Seattle. Tripadvisor und Wikipedia klären uns darüber auf, dass Kurt Cobain, legendärer Sänger der Gruppe Nirvana, aus Aberdeen kommt und es ein Memorial gibt.

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Das Ortsschild von Aberdeen inspirierte Kurt Cobain zum Song “Come as You are”

Somit wächst unsere To-Do Liste für den nächsten Tag um einen Programmpunkt. Bei strahlenden Sonneschein huldigen wir Kurt Cobain, respektive schauen die Gitarre an, welcher ein Fan auf einen Rasen gepflanzt hat.

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Kurt Cobain Memorial Aberdeen

Nächster Halt ist im Walmart von Aberdeen, auf der Liste stehen: SIM Karte, USB Stick, Amerikaflagge. Alles was man so halt braucht.

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Stars and Strips

Gemütlich geht es der Küste entlang nach Westport. Dort solls einen Leuchtturm geben, aber erstmals gibt es die angeblich besten Fish and Chips weit und breit. Obs die Besten waren, sei dahingestellt. Gut waren sie allemal.

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Fish und Chips Stop

Zuerst finden wir den Leuchtturm nicht aber dank ein paar hilfreichen und sehr netten Amerikanern sind wir bald wieder auf Kurs. Das Gray Harbor Lighthouse wurde 1898 erbaut und ist der dritthöchste Leuchtturm der Westküste.

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Gray Harbor Lighthouse

Die Linse wurde in Frankreich gebaut und via Schiff um ganz Südamerika herum an die amerikanische Westküste transportiert. Faszinierend. All diese Informationen bekamen wir auf einer Privattour durch einen netten Guide. Wirklich spannend was an Logistik und Technik in so einem alten Leuchtturm steckt. Ein paar Meilen weiter südlich passieren wir die Mündung des Columbia Rivers. Den Ort wo Lewis und Clark auf ihrer legendären Mission 1804 erstmals die Westküste erreichten. Zugleich ist der Columbia River die Grenze zwischen Washington State und Oregon. Zum Abendessen gibt es in Seaside Oregon die berühmte Muschelsuppe genannt Clam Chowder. Dabei handelt es sich um eine dicke Cremsuppe mit Muschelfleisch und Kartoffeln. Sättigt allemal.

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Angeblich die beste “Clam Chowder” der Welt

In unserem viel zu teuren Motel wählen wir zwischen 4 Kopfkissen, sagenhaften 12 Frottiertücher und legen uns je in ein Standartbett, welches bei uns als grosses Doppelbett durchgehen würde. Am nächsten Morgen kurvten wir durch den Cape Lookout National Park, aber aufgrund dichten Nebels gabs, bis auf ein paar Sanddünen, nicht viel zu sehen. Die Küste Oregons lebt von Austern und Krabben und dergleichen. Überall wird mit den Schalentieren geworben. Wir entschlossen uns, ein leichtes Mittagessen  in Lincoln City in der Shuckers Oyster Bar einzunehmen.

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Rein ins Vergnügen

Als Auster-Novizen entschieden wir uns für den Variationsteller – Austern auf vier verschiedene Arten, von jeder Art sechs Stück. Die Vorspeise waren Shotgläser gefüllt mit einer Tabascosauce und natürlich Austern. Nun ja der kalte salzige Glibber mit Tabascogeschmack mundete uns nur mässig. Als Hauptspeise gab es im Öl gebratene Austern, sowie frittierte Austern. Beide Variationen waren ganz passabel. Zum Dessert gab es dann die klassische rohe Auster in der Schale mit Zitronensaft. Mit Ach und Krach würgten wir die Viecher runter, Spass machte es keinen.

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Vorspeise

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Hauptgang

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Dessert – Pfui Teufel

Mit komischen Magen schwangen wir uns auf die Motorräder. Die periodischen Austern- Rülpser im Helm waren gelinde gesagt grässlich. Ein guter Tag an der Westküste beinhaltet immer die Besichtigung eines Leuchtturm. In Newport steht der Grösste der Westküste. Das Yaquina Head Lighthouse ragt 28.3 Meter in die Höhe, während unterhalb der Pazifik unerbittlich gegen das Land kracht.

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Yaquina Head Lighthouse

Am Strand lassen sich in den hohen Wellen Seelöwen beim Tauchen beobachten. In Yachats checkten wir im Motel Dublin ein und assen herzhaft im typisch amerikanischen Dinner Blue Whale. Der nächste Tag begann wie der Letzte aufhörte, mit der Besichtung des Heceta Head Lighthouse. Der spanische Seefahrer Heceta kam vor langer Zeit an dem Ort vorbei und ist deshalb der Namensgeber.

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Leuchtturm Nummer 3 – Heceta Head Lighthouse

Aber jetzt ist genug mit Leuchttürmen. Im Seals Cave soll es massig Robben haben. Mittels Lift geht es in eine eindrücklich grosse Höhle, wo die Robben wohnen. Leider waren keine zuhause. Nur auf einem fernen Felsen liessen sich ein paar dieser Speckwürste mit Flossen ausmachen.

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Seals on the Rock

Nach nun viel Küste zog es uns ins Landesinnere Richtung Crater Lake Nationalpark. Vorbei an wunderschönen Herbstwäldern ging es bei milden Temperaturen nach Union Creek. Knapp an Benzin machte ich mich alleine auf ins 15 Kilometer entfernte Dorf um genügend Benzin für die morgige Besichtung des Crater Lake National Park zu haben. Manchmal in ganz seltenen Momenten beneide ich Daniels 23 Liter Benzintank. Aber nur manchmal.

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Geseling around the World Movie Teil 2

Lange, sehr lange ist es her da haben wir den ersten Teil unserer Reise in einem Film zusammengefasst. Jetzt gibt’s aber gute News: Der zweite Teil ist nun endlich fertig geschnitten und ab sofort hier zu sehen. Viel Spass. Teil 3 ist übrigens auch schon in Arbeit.

 

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Es ist vorbei…

Mit der Warterei! Nach mehr als zwei Wochen endloser Warterei in Vancouver schien endlich alles im Kasten. Die Bikes sind vom Zoll freigegeben, der Container in ein Lagerhaus transportiert, alle Rechnung beglichen. Kurzum wir konnten endlich unsere Bikes abholen.

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Endlich! Unser Container

Vorgängig haben die zwei Engländer und wir uns gegenseitig aufgezogen, welches Bike starten wird oder eben auch nicht. Daniel und ich waren uns unserer Sache ziemlich sicher und hielten mit Sticheleien nicht zurück. Auf dem Weg zum Container erreichte uns die Nachricht, dass zwei der Bikes im Container umgefallen seien und Öl ausgelaufen sei. Hastig und beunruhigt machten wir uns im Taxi auf den Weg ins Lagerhaus. Dort stellte sich heraus, dass bei der einen KTM der Seitenständer nachgegeben hat und somit die eine KTM auf die Andere fiel.

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Ladungssicherung?

 

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Eingeknickter KTM Seitenständer – Da hat KTM am falschen Ort Gewicht gespart

Dies alles wäre gar nicht mal so lustig, hätten die zwei Engländer uns nicht zwei Tage vorher über unsere Haupständer aufgezogen…

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Man beachte den sicheren Stand unserer Motorräder auf dem Haupständer

Wir hatten ja gross angekündet, dass unsere Bikes laufen werden. Nach ein paarmal örgeln sprang meine R ohne Probleme an, kurz gefolgt von Daniels Z.

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Wieder vereint

Erwartungsgemäss sprangen die zwei KTM’s nicht an und wurden im Lastwagen zum Mechaniker gefahren. Der Fünfte im Container fuhr eine Honda Transalp, welche mit einer toten Batterie ankam. Trotz redlichem Überbrücken durch Daniels Z, wollte die Transalp nicht anspringen. Somit fuhren von 5 Bikes genau unsere zwei Yamahas vom Platz. Erster Halt war die Tankstelle, zweiter Halt war Moto Carter in Downtown Vancouver. Flink wurden Reifen, Öl und Ketten ( Danke Marcel und Markus) getauscht und 3 h später hatten wir wieder zwei perfekte Motorräder.

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Moto Carter Vancouver

Daheim sortierten wir unser Gepäck und wuschen die zum Teil doch ziemlich muffigen Sachen.

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Leichter Schimmelbefall des Essgeschirr

Am nächsten Morgen luden wir unsere Bikes. Zwar sassen nicht mehr alle Griffe so routiniert wie am Schluss in Russland, aber dennoch gings immer noch Flott von der Hand. Wir verabschiedeten uns vom Hausabwart, welcher uns noch ein paar warnende Worte betreffend Mexico auf den Weg gab (fängt das wieder an….). Bei dichten Nebel machten wir uns auf den  Weg Richtung Süden an die kanadische-amerikanische Grenze.

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Der Name ist Program

Man hört ja viel und liest noch mehr über Grenzen. Über die Grenze der USA liest man von “Interessiert keinen” bis ” Die lassen dich als Motorrad Vagabund nicht rein”. Bei uns wars Ersteres. Wäre keine Schlange gewesen, das ganze Prozedere hätte uns nur 10 Minuten gekostet. Mit Schlange eine Stunde. Brav haben wir unsere Fingerabdrücke gegeben und im Gegenzug ein 3 Monate Visum bekommen. Für die Motorräder und deren Gepäck hat sich auch auf Nachfrage niemand interessiert. Zufrieden über den glatten Zollübertritt cruisten wir auf dem Interstate 5 Richtung Seattle, bevor wir kurz vor Seattle nach Westen auf die Whidbay Insel abbogen. Die Temperatur war mässig, dafür die herbstlichen Wälder sehr schön.

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Scenic drive with scenic bridge – Deception Pass Bridge

Bei Coupeville nahmen wir die Fähre Richtung Port Townsend. Wenige Meilen nach Townsend beginnt der Great Pacific Highway 101. Dieser führt 2478 Kilometer von Washington State entlang der pazifischen Küste bis nach Los Angeles Californien. Unser Weg, unser Ziel.

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One oh One

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Das lange Warten

Nun sitzen wir schon zwei Wochen in Vancouver fest. Nicht dass ich etwas gegen Vancouver hätte, ganz im Gegenteil, aber schliesslich sind wir auf einer Motorrad Weltreise und nicht auf einem Städtetrip. Heute ist aber möglicherweise der Tag gekommen, an dem wir unsere Bikes zurückerhalten. Während ich diese Zeilen schreibe kann in jedem Moment mein Handy klingeln, mit der freudigen Botschaft dass wir unsere Motorräder abholen können. Noch bleibt es aber leider stumm. Das Schiff Adrian Maersk, beladen mit unserem Container ist zwar schon vor fünf Tagen im Hafen angekommen aber leider hat sich herausgestellt, dass es nicht so leicht ist einen Container freizubekommen.

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Adrian Maersk

Aus Furcht vor einer möglichen Einschleppung von Ungeziefer aus Russland verlangen die kanadischen Zöllner eine sogannante „Soil Inspection“ bevor sie den Container freigeben. Da unser Container auf dem Hafengelände aber irgendwo zwischen vielen anderen Containern feststeckte war dies zu Beginn nicht möglich. Bis zu einer Woche kann dieser Prozess dauern wurde uns gesagt. Wir blieben aber hartnäckig und wurden schliesslich von einem höherrangigen Offizier der Zollbehörde angehört. Anthony war überaus freundlich und versprach das Heft in die Hand zu nehmen. Kaum zu Hause angekommen erhielten wir schon ein Telefon, dass der Container vom Zoll freigegeben wurde. Die Hafenbehörde muss den Container jetzt nur noch vom Stapel heben, damit eine von uns beauftragte Spedition diesen mit einem Laster abholen kann.

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Totempfähle im Stanleypark in Vancouver

In den vergangenen zwei Wochen haben wir Vancouver ausgiebig erkundet. Ein Rundgang im Stanleypark und dessen Aquarium, ein Besuch eines NHL Eishockeymatches der Vancouver Canucks, die Besteigung des Grouse Mountain und vieles andere zählten zu unseren Tagesbeschäftigungen. Unser grosses Glück ist, dass wir während dieser Zeit die Wohnung von Fredi, eines Studienfreundes von mir benützen dürfen. Er ist nach seinem Doktorat an der ETH nach Vancouver ausgewandert um hier zu arbeiten. Obwohl Fredi im Moment selber in den Ferien in Europa verweilt hat er uns angeboten seine Wohnung mitten im Zentrum von Vancouver benutzen zu dürfen. Vielen Dank an dieser Stelle an Fredi!!

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Hardcore Canucks Hooligan in der Rogers Arena in Vancouver

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Vancouver Canucks versus San Jose Sharks

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3000 erbarmungslose Stufen auf den Grouse Montain

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Grizzly auf dem Grouse Mountain

Neben den vielen touristischen Aktivitäten haben wir auch hart gearbeitet. Wir mussten uns neue Reifen für die Motorräder und ein neues Visier für Raphis Helm organisieren und auch eine Haftpflichtversicherung für Canada und die USA musste her. Weitere Ersatzteile und Verschleissteile hatten wir bereits vorgängig aus Europa bestellt und in Fredis Wohnung liefern lassen, sodass jetzt wirklich nur noch unsere Motorräder fehlen, bevor die Reise weitergehen kann. Bleibt also am Ball, we will be on the road again soon!

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Alles bereit für weitere Kilometer

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Thanksgiving Turkey

Die Tage gehen zäh hier in Vancouver, Kanada. Einkaufen, Sport, Schlafen und Warten. Der 14. Oktober ist in Kanada Thanksgiving, das Erntedankfest. Todestag für Millionen von Truthähne. In guter nordamerikanischer Tradition machten wir uns auf einen Truthahn zu organisieren und unser gar eigenes Erntedankfest zu feiern. Am Anfang steht der Truthahn. Man rechnet mit einem Pfund pro Gast, den kleinsten den wir finden konnten war 8 Pfund.

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Der Turkey

Den Truthahn gut waschen und trocken. Anschliessend bereiten wir das Stuffing, die Füllung, vor. Wir entschieden uns für ein klassisches Brot und Apfel Stuffing mit Speck. Dazu 2 Stück Hotdogbrot und 2 Äpfel in grobe Würfel scheiden. Etwa 150 Gramm Speck grob würfeln und alles in eine Schüssel geben.

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Speck

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Brot

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Äpfel (leicht säuerliche)

Anschliessend wird die mitgelieferte Truthahn-Leber grob gehackt und mit 2 ganzen Eiern in die Schüssel geben.

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Eier

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Truthahn-Leber

Es folgen 2 Zwiebeln und 6 Knoblauchzehen, sowie ein guter Bund frischer Peterli. Um das Röstaroma optimal zu unterstreichen haben wir noch frischen Rosmarien dazugegeben.

 

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Zwiebel

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Peterli und Rosmarien

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Knoblauch

 

Alles wird in einer grossen Schüssel mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Anschliessend wird die Füllung von Hand vermengt und in den Truthahn gefüllt.

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Grosse Schüssel

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Handarbeit

Es geht weiter mit Handarbeit, denn der Truthahn muss zugenäht werden. Abschliessend wird der Truthahn von aussen mit Salz und Pfeffer gewürzt. Um den Truthahn vor dem Austrocknen zu schützen belegen wir ihn mit Speckstreifen.

 

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Nadel und Faden

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Salz und Pfeffer, sowie Speck

Dann geht es für 4 h in den auf 180 Grad aufgeheizten Ofen. Zwischendurch immer wieder mal Saft über den Truthahn giessen.

Nach 4h denn Truthahn aus dem Ofen nehmen und für circa 10-20 Minuten ruhen lassen. Tranchieren und en Guete!

 

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Nach 4h

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Tranchieren

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En Guete

 

 

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Ko Phi Phi vs Ko Tao

Ko Phi Phi gilt als eine der schönsten Inseln dieser Erde. Der Film “The Beach” mit Leonardo Di Caprio wurde auf einer Nachbarsinsel am Maya Beach gedreht. Die Erwartungen waren also hoch als die Fähre bei stürmischer See ablegte. Die zweistündige Überfahrt trieb mir die Farbe aus dem Gesicht und kalter Schweiss auf die Stirne. Riesige Wellen hämmerten gegen den Rumpf, das Schiff hob und senkte sich und gab dabei Laute von sich, die auf ein baldiges auseinanderbrechen hindeuteten. Zum Glück hat der Kahn gehalten und wir erreichten sicher den Pier von Ko Phi Phi. Im strömenden Regen checkten wir in unserem Bungalow ein. Dieser war primär sehr teuer und bot ein Minimum an Komfort. Aber was solls.

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Erster Eindruck durchzogen

Das Städtchen von Phi Phi ist charmant und besteht aus Restaurants und Souvenirshops. Am Tag besteht das Volk aus Tagestouristen, welche mit dem Schnellboot auf die Insel gekarrt werden um ein paar Fotos zu schiessen.

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Eigentlich ganz hübsch

Am Abend kriechen aus allen Löchern die partywütenden jungen Menschen hervor, meist noch ziemlich verstört von der Nacht zuvor. Am Strand buhlen die Bars mit günstigem Alkohol in Eimern und extrem lauter Musik.

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Und was hast du so gemacht? Ich war auf Ko Phi Phi und habe Party mit einem riesigen Penis gemacht! Respekt!

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Gut gemeint

Unser Hotel war am anderen Ende der Stadt und trotzdem dröhnte der Bass in unsere Bambushütte bis um 5 Uhr morgens. Wie das die ansässige  Inselbewohner 365 Tage im Jahr aushalten ist mir ein Rätsel. Viel zu tun gibts nicht auf Phi Phi. Entäuscht verliessen wir die Insel und gingen zurück an den Tonsai Beach.

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Partykater Ko Phi Phi

Die Flüge nach Vancouver respektive Schweiz waren gebucht als wir den letzten Stop auf Ko Tao machten. Wie von Daniel beschrieben eine wunderschöne Insel mit fantastischen Stränden.

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Japanische Meeerjungfrau im Sonnenuntergang

Hier lässt sichs wunderbar Schnorcheln und wenige Meter vom Strand maritimes Leben beäugen. Dazu empfiehlt sich eine eintägige Schnorcheltour mit dem Schiff rund um die Insel.

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Kristallklares Wasser und viele Fische

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Prächtige Muscheln

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Farbige Seeanemonen

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Bunte Korallen

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und bunte Hunde

Das einzige Problem sind die steilen Hügel auf Ko Tao. Aus diesem Grund mietet sich jeder Tourist, ob blind, ohne Arme, ohne Führerschein oder geschweige denn jemals ein Mofa gefahren zu haben, ein Scooter. Dies führt zu einem regen Verkehrsaufkommen auf den engen Strassen und einer guten Auslastung der Bandagen und Krücken Kliniken der Insel. Nach 8 Tagen war Schluss und Bangkok erreicht. In Ehren der hervorragenden thailändischen Küche gönnte ich mir ein letztes Pat Thai an der Ko San Road. Es kam wie es musste und so verbrachte ich meine letzten Tage in Bangkok auf der Toilette meines Hotels. Schön wars.

Das wars mit Asien. Aktuell sind wir in Vancouver, wo das Schiff mit unseren Motorrädern am 12.10. einlaufen wird und wenn alles klappt wir unsere Motorräder am 15.10. auslösen können. Dazu bald mehr auf dieser Seite.

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Zu Besuch bei den Aussies

Mit einem Ruck kommt das Gepäckband zum Stehen. Die nagende Ungewissheit wird zur Bestimmtheit. Da hilft auch eine nochmalige Inspektion der Gepäckbandumgebung nichts mehr. Mein Rucksack ist beim Flug von Adelaide nach Sydney verlorengegangen. Beim Gedanken daran dass sich im Rucksack alle wichtigen Dokumente, Motorradschlüssel und andere unersetzliche Dinge befinden kommen mir Schweissausbrüche. Dabei kann ich von unserem Abstecher nach Australien sonst nur Gutes berichten:

Wir landeten in Sydney und schauten uns die Stadt an. Die Preise verschlugen uns zwar erstmals den Atem. Während wir in Südostasien für 35 $ noch eine Honeymoon Suite inkl. Früchtekorb und Weinflasche buchten so bekamen wir in Sydney für 80 $ nur noch ein muffiges Zimmer in einem lärmigen Backpacker.

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Opera House und Harbor Bridge in Sydney

Nach 3 Tagen in der Stadt machten wir uns mit einem Mietwagen auf den Weg in Richtung Adelaide wo wir Freunde besuchen wollen, welche wir von unserer Afrikareise kennen. Auf dem Weg machen wir Halt in den Blue Mountains wo wir wandern gehen. Zwischen Tür und Angel des Hostels in Katoomba treffen wir Thomas und Stephanie. Die beiden Schweizer hatte ich in Ko Tao in Thailand schon getroffen. Wie klein die Welt doch ist. Zur Feier des Tages gibt’s zum Abendessen Älplermagaronen und zum Dessert einen Jass.

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Three Sisters in Katoomba

Zurück an der Küste machen wir einen Abstecher auf die Raimond Island. Angeblich gäbe es auf der kleinen Insel eine überragend grosse Koala Population zu bestaunen. Und tatsächlich. Beinahe jeder Eukalyptusbaum ist mit einem der berühmten Inselbewohner besetzt. Melina will ab deren herzigen Anblick die Insel gar nicht mehr verlassen. Wenige Schritte im Hinterland der Insel treffen wir auch noch auf eine Gruppe Kängurus und einen Kurzschnabeligel. Alles in allem ein mehr als lohnender Ausflug.

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Känguru,

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Koala,

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und Kurzschnabeligel

In Melbourne wurde ich unfreiwillig Teilnehmer in der Show eines Streetperformers. Obwohl ich mich genau um Solches zu vermeiden nie in die vorderste Reihe stelle, wurde ich nach vorne gerufen. Als Teil eines Tanztheaters machte ich mich zum Gelächter der Menge. Zum Glück kennt mich dort niemand. Weiter ging’s über die Great Ocean Road nach Halls Gap, einem kleinen Ort etwas im Landesinnern. Während zweier Tagen erklommen wir umliegende Berggipfel und genossen die wunderschöne Natur.

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Auf dem Pinnacle in Halls Gap

Am zehnten Tag unseres Roadtrips erreichten wir schliesslich Adelaide. Kim und Dale, so heissen unsere Bekannten, hatten uns eingeladen für die nächsten Tage in ihrem Haus zu wohnen. Wir erhielten sogar die Schlüssel für Kim’s Auto um die Stadt zu erkunden und wurden zu Dale’s Eltern zu BBQ’s eingeladen. Überhaupt ist die Gastfreundschaft der beiden überragend und krönt damit die allgemein äusserst freundliche Haltung der Australier gegenüber Touristen. Am nächsten Tag machten wir einen Ausflug ins Umland von Adelaide. Kim welche ihr erstes Kind erwartet fuhr unsere Ziele an, fast alles Brauereien und Weingüter. Diese Ausflüge auch genannt Wine Tours erfreuen sich bei den Südaustraliern einer grossen Beliebtheit. Die Degustationen sind meist kostenlos und ergiebig.

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Auf ein Glas in der Hugh Hamilton Winery

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Koalas zum anfassen im Cleland Park in Adelaide

Wir kauften aber auch kräftig ein denn am nächsten Tag war Grand Final Day angesagt, das Finalspiel der Meisterschaft im Australien Football. Kim und Dale nahmen uns mit an eine Grand Final Party bei Freunden. Unsere Einkäufe am Vortag zahlten sich aus denn der Alkohol floss in Strömen, währenddessen das Spiel selbst die Australier selbst nur zweitrangig interessierte. Nachdem bereits um 21:30 bereits der erste Partygast mit ausgerenkter Schulter von der Ambulanz abgeholt werden musste und ich einen kurzes Ausnüchterungsschläfchen auf dem Sofa machte ging‘s bereits relativ früh nach Hause.

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Beerpong…

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…an der Grand Final Party

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Unsere überragenden Gastgeber: Kim und Dale

Die Tage bei Kim und Dale verstrichen wie im Flug, werden aber definitiv mit besten Erinnerungen im Kopf verbleiben. Thank you so much Kim and Dale! Am fünften Tag ging‘s dann früh morgens an den Flughafen von Adelaide. Dort erwartete mich bereits die erste böse Überraschung. Die Lady am CheckIn wollte mir keine Boardkarte aushändigen solange ich kein Weiterreise Ticket aus Kanada heraus besitze. Kurzerhand buchte ich also beim Sales Desk nebenan einen rückerstattbaren Flug von Kanada in die USA. In Sydney mussten wir umsteigen und deshalb unser Gepäck vom Band holen.

Ja und nun stehe ich da an diesem Band wie bestellt und nicht abgeholt. Natürlich geschehen diese Dinge immer wenn die Zeit beim Umsteigen eh schon knapp ist. Etwas angepisst eile ich an den Lost and Found Bagage Schalter wo ich anstelle meines Gepäcks aber nur eine Verlustkarte und ein paar aufmunternde Worte eines Flughafenmitarbeiters erhalte. Das einzig Positive an der Sache ist, dass es sich mit einer Verlustkarte viel einfacher einchecken lässt als mit einem riesigen Rucksack.

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Wo ist mein Gepäck?!

Ich nur noch mit Handgepäck begeben wir uns auf unseren 14.5 stündigen Verjüngungsflug. Dank Überschreitung der Datumsgrenze landen wir 3 Stunden früher als wir gestartet sind. In Vancouver dann die grosse Erleichterung. Der vom Flughafenmitarbeiter beschriebene Bestcase ist eingetreten und mein Rucksack kommt vom Band als wäre nie was geschehen. Rechtzeitig wurde dieser in Sydney irgendwo gefunden, sodass er‘s doch noch ins gleiche Flugzeug schaffte. What a day!

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Von Trauminseln und Traumtempeln

Ein untrügliches Zeichen dass ich den Blog zu lange vernachlässigt habe ist, dass ich das Passwort zum Administrationsbereich nicht mehr weiss. Die Tage in der Zwischenzeit sind wie im Flug verstrichen und seit wir keine Sleeping Busse in Südostasien (siehe Abhandlung in meinem letzten Beitrag) mehr benützen fielen auch diese Gelegenheiten einen Artikel zu verfassen weg. Vielleicht bin ich aber nach nun bald 7 Monaten auf Reisen einfach nur faul geworden. Ich gelobe aber Besserung.  Aber nun zum eigentlichen Geschehen: Nach ca. 3 Wochen in Vietnam fuhren wir per Boot den Mekong rauf und überquerten die Grenze zu Kambodscha auf dem Wasserweg. Sämtliche Grenzämter der Welt sollten sich mal ein Beispiel an der relaxten Art dieses Kleinstzollamtes nehmen – die Einreise nach Kambodscha inkl. Beschaffung eines Visums war in Rekordzeit erledigt. Wenig später legte unser Schnellboot schon am Landungssteg mitten in Phnom Penh an. Phnom Penh ist eine wunderschöne Stadt in der man gut ein paar Tage verweilen kann. Einzig die vielen Sextouristen welche die Armut der Bevölkerung schamlos ausnützen störten uns ein wenig. Eindrüklich und beklemmend war auch ein Besuch auf einem der sogenannten „Killing Fields“ wo während des Regims von Pol Pot mindestens 200‘000 Kambodschaner auf bestialische Art und Weise hingerichtet wurden. Der Ort dient heute als Gedenkstätte.

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Gedenkstätte mit den Gebeinen von Opfern des Pol Pot Regimes

Von der Hauptstadt ging die Reise per Bus nach Sihanoukville an der Küste weiter. Angeblich gibt’s vor der Küste Kambodschas einige noch beinahe unberührte, tropische Trauminseln zu besuchen. Leider ereilte mich kurz vor der Trauminsel ein Albtraum. Irgendein Nahrungsmittel der letzten Tage war wohl für den durchschnittlichen mitteleuropäischen Magen nicht ganz geeignet. Auf jeden Fall suchte sich das schon Gegessene auf alle möglichen Arten mit Hochdruck einen Weg nach aussen. Für eine Nacht und den vollen nachfolgenden Tag ging das so, dann war der Spuk zum Glück vorbei und der Trauminsel stand ausser eines defekten Bootes nichts mehr im Wege. Wir besuchten Koh Rong Samloem. Die Insel ist wirklich weitestgehend der Natur überlassen und die Touristen kann man an einer Hand abzählen. Unsere Bambushütte teilten wir uns mit einer riesigen Spinne und einem noch viel grösseren Gecko. Wilfred, so tauften wir ihn, ist der Beweis, dafür dass Dinosauriere doch nicht ausgestorben sind, vermutlich ein direkter Nachkomme eines T-Rex.

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Wilfred, unser Hausgecko

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Entspannen auf Koh Rong Samloem

Leider spielte während unserem Abstecher an die Küste das Wetter nicht so ganz mit. Kein Wunder eigentlich, mitten in der Regenzeit. Weiter gings danach nach Siem Reap besser bekannt als dem Standort der Tempelanlagen von Angkor Wat. Um sicher zu gehen, dass auch die kambodschanischen Sleeping Buses nicht besser sind als die vietnamesischen buchten wir uns für diese Reise genau einen solchen. Um Panikattacken zu vermeiden möchte ich mich jetzt nicht mehr daran zurückerinnern. Kurz zusammengefasst: Meine Kleidung war am Ende der Fahrt komplett durchgenässt (und nein ich bin kein Bettnässer und Schweiss war‘s auch nicht) und geschlafen haben wir keine Millisekunde. Entschädigung boten uns dann dafür die Tempelanlagen rund um Siemreap. Diese sind wohl die eindrücklichsten Bauten die ich in meinem Leben je gesehen habe. Man kann es sich nicht vorstellen wie die Leute um 1200 solche Bauwerke  erschaffen konnten. Alleine die Wasserreservoirs, rechteckige Becken mit einer Dimension 8 km x 2.2 km und einer Tiefe von 3 Metern, von Menschenhand ausgehoben sind eine unglaubliche Leistung. Wer bei den Pfadfindern schon mal ein Latrinenloch von 1m x 1m x 1.5 m mit Schaufel und Pickel ausgehoben hat kann sich eine solche Leistung noch viel weniger vorstellen. Die Tempel und Palastruinen selbst aber sind einfach nur gigantisch. Alle Steine sind so behauen, dass sie nahtlos ineinander passen. Sämtliche Wände sind mit Reliefs überzogen. Alles in Stein gehauen versteht sich. Man muss das selbst gesehen haben um es glauben zu können.

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Der wohl berühmteste Tempel: Angkor Wat

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Beinahe alle Wände sind mit beeindruckenden Reliefs verziert

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Im Würgegriff der Natur

Von Siemreap was’s dann nicht mehr weit nach Bangkok. Da ich Bangkok ja bereits ausgiebig besichtigt hatte gings dann aber bald weiter nach Koh Tao, der Trauminsel im Golf von Thailand. Hier verbrachten wir unsere letzten Tage in Südostasien mit Tauchen, Scooterfahren Schnorcheln und Fischen. Bei Letzterem machte ich meine blamable Nullnummer vom letzten Mal mehr als Wett. Die halbe Insel konnte sich ab meinem Fischen an diesem Abend sattessen. Diese Insel werde ich garantiert vermissen!

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Diesmal beisst der Fisch…

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…und wie!!

Übrigens, wer die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben hat, dass wir auch wieder mal auf die Motorräder umsatteln hier die aktuellsten News: der Container wird am 13. Oktober um 16.00h Vancouver erreichen. Auf jeden Fall wenn man der Vorhersage der Spedition Glauben schenken will…

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Kiffen mit Robinson

Angekommen in Bangkok mauserte ich mich zum Tourenguide und zeigte Isa die Stadt. Lang blieben wir nicht, denn eine Reise nach Krabi, genauer Tonsai Beach, war geplant. Tonsai Beach ist sehr klein und besteht aus ein paar abgehalfterten Bars und Bungalows.

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Hilton Tonsai Beach

Der gesamte Beach basiert auf Kiffen und Klettern. In den Bars läuft Bob Marley in der Endlosschleife und dicke süssliche Rauchwolken dimmen das Licht. Vorzugsweise trägt man die Haar Rasta-Style, jongliert gerne mit Feuerbällen, kifft und ist einfach sehr relaxed. Oder noch besser: Man trägt die Haare Rasta-Style, jongliert gerne mit Feuerbällen, kifft, ist sehr relaxed und klettert dazu noch. Das muss das Paradies sein. Für Leute wie uns, die weder kiffen noch klettern, ist es einfach nur sehr idyllisch und schön. Aber uns genügt’s.

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Tonsai Beach, Krabi

Nur relaxen und chillen wird mit der Zeit auch langweilig. Wir mieteten uns ein Kanu und stachen in See, die Insel in der Ferne unser Ziel. So paddeln in der brütenden Sonne geht doch recht an die Substanz und die anvisierte Insel kam auch nur langsam näher. Je näher wir kamen desto mehr konnten wir auf der einsamen Insel erkennen. Viele Boote, Bungalow, Touristen – so haben wir uns das aber nicht vorgestellt. Als wir nach 1 ½ h paddeln endlich den Strand erreichten, wurden wir freundlich vom lokalen Glaceverkäufer begrüsst. Soviel zum Thema Robinson Crusoe.

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Postkartenidylle Poda Island, Krabi

Die lokale Affenbande machte ein gesittetes Picnic unmöglich, sodass wir schnell wieder auf hohe See flüchteten.

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Agressiver Bastard Du!

Links, rechts, links, rechts… Isa gab unerbittlich den Takt an und immer wieder fiel ich raus. Kurzzeitig entbrannte ein Ehestreit, weil ich mich offensichtlich nicht genügend anstrengte. Ich schmollte und überlegte mir ob ich meutern sollte. Angesicht des noch weiten Weges und der unerbittlichen Mittagssonne, fügte ich mich aber rasch und ruderte brav weiter, links, rechts, links, links… Ma-aaaaan!

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Ist noch weit!? Meine Schulter schmerzt! Ich habe Hunger! Ich bekommen Sonnenbrand! Ich glaube ein Hai ist unter uns!

Gegessen wird am Tonsai Beach in einem von geschätzten fünf Restaurtants. Das weitaus Beste ist Mama’s Chicken Restaurant. Eines Abends beim Anstehen an Mama’s Grill fragte eine junge Engländerin ihre Kollegin: “Do you wanna do Mushrooms again, tonight?” Verdutzt schaute ich die Karte an, ein Pilzgericht suchte ich jedoch vergeblich…

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Mama’s Chicken

Am Abend in der  Small Little World Bar bei einem Bier, lauschten wir der Sea Gypsy Siam Raggae Band und ihrem Smashhit “Ganja”.

We love ganja,

Ganja is medicine,

Ganja is Peace,

Schubdi duuu…

 

 

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