One small step for man, one giant leap for mankind

Es hiess Abschiednehmen von der geliebten I-10. Kurz vor Jacksonville Florida bogen wir in die 95ger Richtung Süden ein. Die Temperaturen waren mittlerweile auf 30 Grad gestiegen, als wir in Daytona Beach unser Nachtquartier bezogen. Mit Florida hatte sich auch das Durchschnittsalter drastisch verändert. Wir sind im Schnitt wahrscheinlich die jüngsten Gesellen in diesem Rentnerparadis.
Weiter im Süden befindet sich das Kennedy Space Center auf Cape Caneveral. Ein riesiges Besuchercenter entführt einem in die Unendlichkeit des Alls. Im Rocketgarden bestaunten wir die ersten Raketen der Amerikaner im Bestreben das All zu erobern. Dabei handelte es sich um nichts anderes als militärische Interkontinetalraketen, welche anstelle eines Sprengkopfes eine kleine Personenkapsel hatten. 1:1 Modelle der Kapseln lassen einem hautnah fühlen wie beengend das Ganze war.

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Rocketgarden

In einem grossen Hangar schauten wir eine Präsentation über das Spaceshuttleprogram. Typisch amerikanisch war das ganze mit viel Pathos inszeniert. Am Ende der Präsentation öffnete sich die Hangartore und gab den Blick frei auf das originale Spaceshuttle Atlantis. Wow!

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Original Spaceshuttle Atlantis

Eine sehr gute Austellung lässt einem in Modellen der International Raumstation herum kriechen, im Cockpit des Shuttles platznehmen und vieles mehr. Als Höhepunkt gibts einen Raketenstartsimulator. Für 5 Minuten lang fühlte man sich wie ein richtiger Astronaut auf dem Weg ins All. Mit dem Shuttlebus fuhren wir über das riesige Gelände und guckten uns unter anderem die originale Abschussrampe des Apollo Mondprograms an.

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Abschussrampe des Apolloprogrames

Die Raketen und Spaceshuttles werden seit jeher mittels eines riesigen Raupenfahrzeuges aus der Montagehalle kilometerweit zu den Abschussrampen gefahren.

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Montagehalle - Grösstes einstöckiges Gebäude der Welt

Der nächster Halt war die originale Kommandozentrale von wo aus die unzähligen Raketen gestartet wurden.

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Gestartet wurde in Florida, der Rest wurde aus Houston Texas geleitet

In einer riesigen Halle hinter der Kommandozentrale befindet sich eine komplette Saturn V Rakete, welche die Eroberung des Mondes möglich machte. Eindrücklich dieses Wunderwerk der Technik.

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Gigantisch

Eine weitere sehr gute Präsentation widmete sich der eigentlichen Mondlandung inklusiv von der Decke schwebende Mondlandefähre Eagle. Mit Ehrfurcht und Stolz betrachteten wir die Erde von der Ferne, im Wissen diese soeben selbst umrundet zu haben.

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Die Erde

Wir liesen Miami links liegen und machten uns auf in die Florida Keys. Ein Serie von Insel verbunden durch Brücken inmitten des Oceans. In Key Largo buchten wir einen Fishing Trip und fingen zahlreiche kleine Fische.

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Satter Pelikan

Am nächsten Tag gings raus aufs Meer tauchen. Die Wellen waren doch beachtlich und einen Tauchguide gabs auch nicht. Zum Glück sind wir ja sehr erfahrene Taucher. Der Captain war kurz irritiert als wir keine Tauchuhr präsentieren konnten. How do you guys dive?! Nun ja wir dachten, das wir tauchen bis wir einfach keine Luft mehr haben. Zum Glück konnte der Matrose mit seiner Tauchuhr, welche wir nicht bedienen konnten, aushelfen. Und so sprangen wir ganz alleine ins Unterwassservergnügen und tauchten bis wir keine Luft mehr hatten. Kiemenfisch Daniel verbrauchte praktisch keine Luft, wärend ich schon früh in den roten Bereich kam.

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Halb Mensch, halb Fisch

Der erste Tauchgang war aufgrund einer etwas eingeschränkter Sicht nicht so der Hit, der Zweite hatte es aber in sich. Bei bester Sicht tauchten wir entlang eines schönen Riffs und sahen drei Schildkröten, ein Stachelrochen, ein Haifisch und viele grosse Barracudas. Mühelos und wie auf dem Serviertablett. Faszinierend schön!
Am nächsten Tag fuhren wir in den südlichsten Spitz genannt Key West. Aufgrund der Hitze und der vielen Leute blieben wir nur kurz und kehrten nach Islamodora im Norden zurück.

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90 Meilen nach Kuba... Kein Wunder sprechen alle spanisch

Es kam wie es kommen musste. Die letzen 100 Kilometer auf Miami standen auf dem Program. Letztes mal Gepäck aufladen, Zündung an und los gings. Wir bezogen Quartier im Airport Motel in Miami und machten die notwendigen Formulare für die Verschiffung fertig und bauten das Gepäck um.

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Modischer Rollkoffer aus dem Walmart

Der nächste Tag begann mit einem herzhaften Frühstuck im Denny’s.

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A hearty breakfast sausage...

Anschliessend gings zu AIS Shipment, wo wir unsere Motorräder kurz und schmerzlos abgaben.

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Endstation

Nach exakt 37’091 Kilometer rund um die Welt hiess es “The eagle has landed!” Unsere Reise mag zwar nur ein kleiner Schritt für die Menschheit gewesen sein, dafür ein riesen Sprung für uns!

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RvsZ

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I-10

Als das Wetter endlich besser wurde gings zügig Richtung San Antonio. Kurz vor San Antonio warnte uns ein Motelangestellter vor Schneefällen auf unserer Route. Und tatsächlich wurde es nochmals bitterkalt, zum Glück blieb jedoch der Schnee aus. Der Rest von Texas ist schnell erzählt. Stundenlang hockten wir auf der Interstate 10 um diesen riesigen Staat zu durchqueren. New Orleans war endlich wieder eine richtige Stadt mit Häusern, welche mehr als zwei Stockwerke aufweisen und älter als 20 Jahre alt waren. Ein komischer Vibe geht von dieser Stadt aus. Keine Ahnung was es ist, aber normal ist diese Stadt nicht.

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Law and Order

Wir assen teures Meeresgetier und Alligator in einer Mikrobrauerei mit exzellenten Bier. Anschliessend gings in den Karaoke Club Cats Meow, wo wir uns einen Hurrican Drink bestellten. Pfui Teufel. Das mag ja ein legendärer Drink in New Orleans sein, aber ein Genuss ist sowas nicht.

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WTF?!

Nach wenigen Schlücken gab ich auf. Umso überraschter war ich, als ich mich mitten in der Nacht auf dem WC wiederfand und mein Mageninhalt zum Besten gab. Daniel konnte seine Shrimpspaghetti immerhin bis zum Morgen behalten, dann suchten auch sie sich oral das Tageslicht. Naja erster Eindruck von New Orleans war durchzogen.

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New Orleans

Bald gings weiter. Wohin fahren wir eigentlich mag sich einer fragen. Schon in Vancouver wurde klar, dass aufgrund der Verspätung des Containers Südamerika schwierig wird. Wir hatten desshalb beschlossen unsere Motorräder von Miami aus nach Hause zu schicken.

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Südstaatenküste

In Mobile warteten zwei grosse Highlights auf uns. Zum Einen assen wir das beste Barbeque in Moe’s Barbeque Joint und zum Anderen besuchten wir die USS Alabama. Ein riesen Gelände gespickt mit Flugzeugen, einem U-Boot und natürlich der USS Alabama.

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USS Alabama

Ein riesiges Schlachtschiff, welches im 2. Weltkrieg mehrere japanische Boote und Flugzeuge zerstört hatte. Ein faszinierendes und frei zugängliches Relikt.

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Soldat Daniel

Wir kraxelten stundenlang in riesigen Geschütztürmen rum, bestaunten die Bäckerei, Operationssäle, Coiffeur, Schuhmacher und was es sonst noch so alles braucht auf einem Schiff mit über 2000 Mann Besatzung.

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Ein riesen Böller

Im Flugzeughangar schauten wir uns für einen Nachfolger der Schweizer F/A-18 um.

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Wie wäre es mit der Blackbird?

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Immer noch besser als der Gripen...

Soviel erkunden machte hungrig und so suchten wir das nächste Dennys Diner an der I-10 raus und gingen spät nachmittags herzhaft frühstücken. Mission Accomplished.

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Eisige Grüsse aus Texas

Trotz den Verlusten in Mexico wollen wir uns von ein paar Bandidos nicht geschlagen geben. Obwohl es sich auf dem Handy leider nicht mehr so gut tippen lässt wie auf dem Laptop und auch andere Hilfsmittel fehlen, wollen wir versuchen bis zum Ende unsere Reise weiter spannende Berichte zu verfassen. Tippfehler seien verziehen.
Nach einem glücklicherweise problemlosen Wiedereintritt aufs amerikanische Terretorium führt uns unser Weg nach Tucson. Ein wenig ausserhalb der Stadt zeigt Tripadvisor eine spannende Sehenswürdigkeit: Eine ehemalige Titan II Raketen Stellung aus den Zeiten des kalten Krieges. Nichts wie hin also! Bei der Titan II handelt es sich um die grösste nukleare Interkontinentalrakete aus dieser Zeit. Mit Sage und Schreibe 32 m Höhe wurde diese Trägerrakete auch benutzt um im Gemini Raumfahrtsprogramm Astronauten ins All zu schicken.

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Titan II Rakete im Startsilo

Die ganze Anlage ist darauf ausgelegt einem nuklearen Erstschlag der Sovietunion zu wiederstehen und ist daher an riesigen Federn unter der Erde aufgehängt. Dies soll die Erschütterungen beim Einschlag dämpfen. Auf der äusserst spannend gestalteten Führung erfahren wir bei einem simulierten Raketenabschuss mehr über die Technik. Wahnsinn an was die Ingenieure dieser Zeit alles gedacht haben.

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Simulierter Raketenstart im Kommandoraum

Nochmals kommen wir später der mexikanischen Grenze bei El Paso sehr nahe. Passend hierzu verschlechtert sich auch das Wetter und die einst sommerlichen Temperaturen sinken dramatisch. Auf dem Freeway ist bald zu lesen: “Icy road conditions ahead. Stay in El Paso”. Auf diesen Touristenfänger fallen wir nicht herein denken wir uns und fahren nach einer kleinen Mahlzeit in einem Truckstop weiter Richtung Van Horn.

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Typische amerikanische Zwischenverpflegung

Hätten wir doch bloss den Wetterbericht studiert. Denn genau zu dieser Tage zieht ein beachtlicher Wintersturm quer durch Texas. Haupthema in den News, irgendwie aber komplett an uns vorbeigegangen und ignoriert. Kaum haben wir El Paso verlassen beginnt es zu Regnen und es wird bitterkalt. Der Verkehr kommt ins stocken und wir geraten in einen Stau. Wahrend wir so schlotternd in der Blechlawine stehen bemerken wir wie sich der Regen in Eis zu wandeln beginnt sobald er auf eine feste Oberfläche trifft. Suboptimal wenn man auf zwei Rädern unterwegs ist. Uns wird klar dass wir schleunigst den rettenden Hafen Van Horn erreichen müssen um Schlimmeres zu vermeiden. So beginnen wir uns irgendwie zwischen den stehenden Fahrzeugen vorbeizumogeln. Die Strasse hat bereits begonnen Eis anzusetzen und während wir uns weiter vorwärtskämpfen kommen wir an diversen, teils haarsträubenden Unfällen vorbei. Nach 20 km Stau ist der Freeway wegen den Strassenverhältnissen komplett gesperrt, dafür rollt der Verkehr wieder. Wie bei einem Tanz auf rohen Eiern fahren wir schlotternd und mit einem äusserst unguten Gefühl langsam weiter. Dann plötzlich gibt Raphaels R den Geist auf. Motor aus und wieder an will er nicht mehr. Ausgerechnet, auch das noch. Sowohl unsere Anzüge wie auch unsere kompletten Motorräder sind inzwischen mit einer veritablen Eisschicht überzogen.

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Der Eisregen setzt sich überall fest

Unsere Vermutung ist deshalb, dass der Eisregen auch auf den Luftfilter gelangt ist und den Luftstrom blockiert. Glücklicherweise entpuppt sich dieser Verdacht als richtig und so können wir nach einem Luftfilterwechsel den von einem nahen Unfall herbeigeeilten Sheriff wieder fortschicken und weiterfahren.

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Mit Eis bedeckter Raphael beim Luftfilterwechsel

Im besseren Schritttempo erreichen wir schliesslich komplett durchgefrohren Van Horn. Die gesamte Landschaft ist nun mit einer zentimeterdicken Eisschicht überzogen. Aus den News erfahren wir dass dieses Naturschauspiel noch einen weiteren Tag andauern wird und so verbringen wir mit vielen anderen gestrandeten Reisenden einen weiteren Tag in Van Horn.

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Auch die Pflanzen werden erbarmungslos vom Eis eingeschlossen

Strom gibt es nur zeitweise. Das Eis auf den Leitungen und Fahrzeuge welche Strominfrastrukturbauten rammen fordern ihren Tribut. Am dritten Tag ist der ganze Spuk vorbei und wir können unsere Fahrt zwar bei immer noch eisigen Temperaturen aber dafür wieder bei Sonnenschein in Richtung San Antonio vortsetzen.

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Land der Schande

Man sollte den Vorurteilen, welche einem Land anhaften nicht glauben. Dies ist etwas, was wir auf dieser Reise gelernt haben. Einzige Ausnahme ist Mexiko. Kurzer Rückblick. Wir hatten mittlerweile weit über 30’000 Kilometer zurückgelegt, mehr als 20 Länder bereist und bis dato keine Probleme mit Kriminalität gehabt. Ja wir konnten sogar sagen, dass wir bisher noch keinen einzigen schlechten Menschen getroffen haben. All dies änderte sich schlagartig als wir in Mexiko ankamen.
Nachdem Daniel bei der Polizei den Rapport für sein gestohlenes Portemonai bekommen hatte, verliessen wir Ensenada Richtung Süden. Durch dürres Land flankiert vom Pazifik und einer Bergkette ging es Richtung Santa Maria. Dem Tip der zwei Engländer folgend, checkten wir in einem direkt am Meer gelegen Hotel ein. Am nächsten Morgen fuhren wir nach dem Tankstop Richtung Osten in die Berge. Die Landschaft war immer noch trocken jedoch gesäumt von riesigen Kakteen. In Catavina einem 100 Seelendorf checkten wir in ein gutes, aber mit 90 Dollar auch massiv überteuertes Hotel ein. Wie immer fragten wir nach der Sicherheit und sicherem Parking für die Motorräder. Laut dem Hotelangestellten sei der Parkplatz absolut sicher. Nun ja wir waren im hintersten Winkel ohne Telefon oder Internet. Aus Mangel an Alternativen gings früh ins Bett. Beim Beladen des Motorrad am nächsten Morgen merkte ich das mein geliebter Campingstuhl fehlte. Nicht tragisch aber doch 100 Chf. Möge der glückliche Mexikaner noch lange Freude an meinem Stuhl haben. Offroad ging es Richtung San Felipe auf herrlichen Pisten. Mitten im nirgendwo befindet sich Coco’s Corner. Coco lebt inmitten von liebevoll gesammelten und angerichteten Schrott und Maschinen und das obwohl er beide Unterschenkel amputiert hat. Sein Gästebuch ist legendär und auch wir lassen es uns nicht nehmen es zu signieren. Wir bestaunten Coco’s lustige Artefakte eine Weile, bevor wir weiter Richtung San Felipe fuhren. Eine wahre Inspiration dieser Coco! Am Nachmittag checkten wir im ziemlich teuren Hotel Cortez in San Felipe ein. Dieses Hotel hatten uns andere Motorradfahrer empfohlen. Das Hotel liegt sehr schön direkt am Strand. Wir waren die einzigen Gäste und nach der obligaten Frage nach der Sicherheit entluden wir die Motorräder. Den Rest des Nachmittages verbrachten wir mit Fotos und Bericht onlinestellen und sonstigen Büroarbeiten. Bevor wir essen gingen, nahm ich eine Dusche. Während ich in der Dusche stand, seien laut Daniel ein paar junge Typen auffällig an den Motorrädern vorbei gelaufen und hätten ins Zimmer geguckt. Daniel sagte mir noch bei diesen Typen hätte er kein gutes Gefühl. Unsere primäre Sorge galt den Motorrädern, welche mit abgeschlossenen Seitentaschen draussen standen. Bevor wir Essen gingen zog ich die Vorhänge zu und schloss die Türe gewissenhaft ab. Wir gingen in die Pizzeria um die Ecke und waren eine Stunde fort, als wir zum Hotel zurück kehrten. Sobald ich die Tür aufgeschlossen hatte, signalisierte mein Hirn, dass etwas nicht stimmte. Irgend etwas passte an diesem Bild nicht. Und dann wird aus der Ahnung in Sekundenbruchteilen die bittere Wahrheit. Beide Laptops fehlten, meine Kamera und Handy verschwunden. Dieses Mexiko ist ein ganz schlechter Film. Der hilflose Rezeptionist funkte den Wachmann herbei. Ja richtig das Areal wird von mehreren Wachmännern bewacht und wir waren die einzigen Gäste. Mittlerweile hatten wir auch das aufgebrochene Fenster entdeckt. Kurz nach Eintreffen des noch hilfloseren Besitzers, traff die Polizei ein. Mit verschränkten Armen standen sie da und taten das was sie am Besten können. Nichts! Nach 20 Minuten allgemeines ratlosen Herumgestehes machte Daniel den Vorschlag man könnte ja Spuren sichern. Nein, Nein für das müsse man zuerst eine offizielle Beschwerde machen. Zu Deutsch heisst das, wir haben keine Lust. Immerhin einen Minirapport füllten sie aus. Respektiv sie füllten einen aus für Daniel, mir streckten sie nur noch das unausgefüllte Dokument zur Unterschrift hin. Zuviel Aufwand. Nach einer unruhigen Nacht in welcher ich in meinen Träumen Diebe jagte, kam der nächste Morgen. Mit dem Besitzer ging es auf die Polizei. Auf dem ersten Posten wurde unserer offizieller Rapport angefertigt.

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Nutzlose Quittungen über einen Verlust von mehr als 3000 Dollar

Anschliessend gings nach einer Stunde warten mit diesem Rapport zu den Ermittlern. Eine stämmige junge Mexikanerin nahm sich unserem Fall an. Während sie unsere Geschichte sichtbar amüsiert zur Kenntnis nahm beobachtete ich im Büro vis a vis ein geschleckter Detectiv bei der Arbeit. Minutenlang polierte er seine Lackschuhe und betrachtete sie immer wieder bei unterschiedlichem Licht. Grossartiges Kino. Unsere Ermittlerin hatte selbstverständlich auch keine Lust, konnte sich jedoch immerhin dazu aufraffen unsere Emailadressen aufzunehmen um uns -Zitat- “Immer über den aktuellen Stand der Ermittlungen zu informieren”. Wie absurd. Zurück im Hotel konfrontierten wir den Hotelbesitzer mit der Versicherungs- und Geldfrage. Immerhin hatten wir ihm 80 Dollar gezahlt für die Übernachtung und knapp 2500 Dollar verloren. Plötzlich war nur noch sein Bruder der Besitzer. Nach Rückfrage mit jenem offerierten sie uns ein gratis Mittagessen. Nein Danke. Machtlos und geknickt rasten wir an die amerikanische Grenze, zu verlieren hatten wir nichts mehr.
Nach sieben Tagen in Mexiko und drei verschieden Diebstählen in drei verschiedenen Ortschaften, waren wir froh wieder amerikanischen Boden unter den Füssen zu haben.
Man darf ein Land nicht pauschal verurteilen. Mit einer Ausnahme. Mexiko ist ein Land der Schande.

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Was man in Mexiko alles verlieren kann

Von Yuma aus fahren wir los in Richtung Tecate, der mexikanischen Grenzstadt. Schon bald verraten unzählige Fahrzeuge der California Border Patrol an allen Ecken, dass die Grenze zu Mexico nicht mehr weit sein kann. Wenig später taucht in den Hügeln auch schon der an die chinesische Mauer erinnernde Grenzzaun der Amerikaner auf. Eigentlich planten wir noch eine Nacht auf amerikanischen Boden zu verbringen, jedoch werden wir mangels Motels gezwungen weiterzufahren.

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In Mexiko gibt’s keine Mammutbäume dafür dies

Der Grenzübertritt gestaltet sich überraschend einfach. Einen US-Zoll posten gibt es nicht und die Mexikaner erkundigen sich lediglich mündlich ob wir Waffen, Drogen oder Alkohol mitführen. Da wir noch nicht sicher sind wie lange wir im Land verweilen wollen, gehen wir ins Büro nebenan um uns ein Visa zu besorgen. Dies ist ab einer Aufenthaltsdauer von mehr als 12 Tagen vorgeschrieben. Offensichtlich hat der Grenzbeamte keine Kundschaft erwartet und sieht sich etwas verärgert dazu gezwungen, sich von seiner Lieblingsserie im Fernsehen abzuwenden um uns ein Visum auszustellen. Da er möglichst wenig der Soap verpassen möchte geht das Ganze sehr flott vonstatten und nur wenig später verlassen wir Tecate in Richtung Ensenade mit einem 180 Tage Visa für Mexico in der Tasche. Da in diesen Tagen die berühmt-berüchtigte Baja 1000, ein 1000 Meilen Offroad Rennen in der Baja California stattfindet, sind sämtliche Hotels unserer Preisklasse in Ensenada ausgebucht und wir müssen somit mit einem Hostel vorlieb nehmen. Am nächsten Tag bestaunen wir mit grossen Augen das Line-Up der Rennwagen vor dem Start. Wahnsinn diese Trucks. Sehr, sehr, seeehr viel Geld staht da auf den Strassen aufgereiht. Die Top Teams verfügen sogar über einen Team-Helikopter welcher die Fahrzeuge beim Rennen aus der Luft begleitet.

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Start Baja 1000

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Bubenträume…

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…soweit das Auge reicht

Am Abend gehen wir an eine Party, organisiert durch den Hauptsponsor der Rally, Monster Energy Drink. Um eines der in die Menge geworfenen T-Shirts zu ergattern begebe ich mich ins Getümmel vor der Bühne. Trotz vollen Einsatzes erwische ich jedoch keines. Diese Enttäuschung kann mich jedoch nur kurz bekümmern. Ich spüre eine leichte Berührung an meinem Hinterteil, genau auf Höhe meiner Hosentasche. Ein ungutes Gefühl überkommt mich sofortig und einen kurzen Kontrollgriff später habe ich Gewissheit: Soeben hat mir jemand mein Portemonnaie geklaut. Im engsten Umkreis um mich herum 20 Leute. Wer ist‘s wohl gewesen… Wer jetzt denkt der Daniel ist klug und hat bestimmt nur das nötigste dabei gehabt der hat der liegt leider falsch. Abgesehen vom Pass war da so ziemlich alles Wichtige drin. Kreditkarten, EC-Karte, Führerausweis, Identitätskarte und auch eine ordentliche Portion Bargeld. Um 19:00 Uhr ist die gefreute Party für mich leider schon zu Ende. Ich haste zum Hostel zurück und verbringe den Rest des Abends damit mit Notfall-Hotlines der Banken zu telefonieren. Mexico macht seinem Ruf eines der Länder mit der höchsten Kriminalitätsrate zu sein leider alle Ehre. Als wir am nächsten Morgen auf der Strasse einen fliegenden Händler antreffen welcher ohne Skrupel Second-Hand Portemonnaies verkauft schwindet meine Resthoffnung dass das Meinige irgendwie doch wieder auftaucht auf null. Am Abend treffen wir Jon und Andrew wieder, die beiden Engländer mit welchen wir unsere Bikes verschifft haben. Zusammen mit ihnen und vier amerikanischen Motorradfahrern verbringen wir den Abend und den nächsten Tag damit die Rally live mitzuverfolgen.

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Mit 160 km/h an den Zuschauern vorbei

Bald ist uns klar, weshalb dieses Rennen im Schnitt pro Jahr 8 Todesopfer zu beklagen hat. Zuschauer und Fahrer schenken sich nichts. Bereits das 4. gestartete Motorrad erwischt eine der ersten Kurven nicht und rast in die Zuschauer direkt uns gegenüber. Im Gegenzug macht sich die lokale Bevölkerung einen Spass daraus Hindernisse in die Strecke einzubauen. Rampen und Gräben sollen den Zuschauerspass erhöhen. Genau ein solches Hindernis hat für einen der besten Motorradfahrer an dieser Rally fatale Folgen. Er zieht sich bei einem Sturz in der Dunkelheit der Nacht tödliche Verletzungen zu. Ich frag mich wie man als Sieger der Rally seinen Sieg überhaupt geniessen kann im Angesicht der vielen Opfer…

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Tanken auf mexikanisch

Am nächsten Tag statte ich dem lokalen Polizeiposten einen Besuch ab um einen Polizeirapport für den Verlust meiner Identitätskarte erstellen zu lassen. Mit meinem fliessenden Spanisch erkläre ich dem Beamten den Sachverhalt. Nach ca. 30 Minuten und 3 weiteren Polizisten werde ich endlich von einem englischsprechenden Beamten erhört. Er notiert sich alles genau und verspricht dass ich den Rapport am nächsten Morgen abholen kann. Natürlich ist am nächsten Morgen nichts erledigt und so geht dasselbe Spiel nochmals von vorne los, diesmal mit zwei Polizistinnen. Diese sind aber mehr daran interessiert wieviel ich verdiene und möchten meinen Facebook Kontakt. Schlussendlich aber klappt es und ich habe einen Polizeirapport in den Fingern. Oder immerhin ein Papier auf dem irgendwas auf Spanisch geschrieben steht.

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Hart erkämpfter Polizeirapport

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Marlboro Country

Daniel hatte seine Lehren aus dem Lumbarjack Frückstücks Debakel gezogen und bestellte sich an diesem schönen Morgen ein paar Eier mit Speck. Und zu unserer grossen Überraschung kam eine für amerikanische Verhältnisse wahrlich kleine Portion.

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Noch ein Novum – Eis auf dem Sattel

Ein grosser Tag wartete auf uns. Nicht nur wollten wir 650 Kilometer bis nach Flagstaff fahren. Unterwegs wollten wir auch noch den Grand Canyon anschauen. Mit hoher Geschwindigkeit gings flott in den Süden. Immer wieder irritierend auf amerikanischen Strassen ist, dass wenn man mit 120km/h dahin gleitet, man immer noch regelmässig von Lastwagen überholt wird.

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Herzig ist nur die Aufschrift

Zwar sehen wir keine Unfälle mit Lastwagen, jedoch häufig Autos, welche im Kraut stehen, weil sie eine leichte Kurve auf diesen schnurgraden Strassen, verpasst haben. Im Unterschied zu Sibieren, wo die Strassen auch gerade sind, gibt es in Amerika meist etwas zu sehen. Wir fuhren durch den Monument Vally Park der Navajo Indianer. Cowboy Country pur.

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 Marlboro Man

Die zügige Fahrweise zahlte sich aus und Punkt 14 Uhr passierten wir den Eingang zum Grand Canyon Nationalpark. Dank unserer Memberkarte sparten wir wiedermal satte 24$. Nach so viel Gestein und Canyons der letzten Tage, hatte es der Grand Canyon schwer. Imposant ist er zweifelsohne, aber schön ist anderst. Wir guckten brav von den Aussichtsposten und machten ein paar Fotos. Richtig warm wurden wir jedoch nicht. Vielleicht waren wir schon zu müde oder schlichtwegs übersättigt.

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20 km breit und 2 km tief – Grand Canyon

Mein Motorrad hatte seit wenigen Tagen begonnen Öl aus dem Lichtmaschinestopfen zu verlieren. Nicht viel, aber trotzdem unschön. Mithilfe einer Münze wurde der Deckel abgeschraubt und der O-Ring darunter gesäubert, alles wieder aufgeschraubt und das Problem war gelöst. Schön wenns so einfach geht.

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Kurzzeitig fuhren wir sogar die Route 66

Daniel plagten derweilen ganz andere Probleme. Sein Hinterreifen baute extrem schnell ab und nach nun über 6000 Kilometer in Nordamerika scheint sein Ende gekommen zu sein. In Phoenix machen wir uns auf die Suche nach einem 17 Zoll Hinterreifen und werden beim Hondahändler fündig. Für 100$ gibts einen neuen Reifen inklusiv Montage. Problem gelöst.

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Honda North Valley Phoenix

Bei sehr heissen 30 Grad fuhren wir nach Yuma direkt an der mexikanischen Grenze. Da uns nach Fleisch war, hatte Daniel wiedereinmal zielsicher das teuerste Steakhouse von Yuma anvisiert. Nicht so teuer wie in San Francisco, aber immernoch stattlich. Das 26 oz Porterhouse Steak konnte zwar dem T-Bone aus San Francisco nicht das Wasser reichen, gut war es allemal. Nächstes Ziel ist die Baja California. Dort findet nämlich demnächst die berühmte Rally “Baja 1000″ statt und das wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

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Gestein

Las Vegas. Eine verrückte Stadt mit riesigen Kontrasten. Nirgends leuchtet und glitzert das Elend schöner, als in der Stadt der gescheiterten Träume. Viva Las Vegas Baby und weg waren wir. Das Tagesziel war der Ursprung dieser Millionenstadt in der Wüste. Dank dem Hooverdamm, welcher 1935 erbaut wurde, konnte Las Vegas zu dem werden, was es heute ist.

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Hoover Damm - Ein imposantes Stück Ingenieurkunst

Auf eine Besichtigung des Innenleben des Dammes verzichteten wir. Viel zu teuer und wir hatten keine Lust dem Securitypersonal zu erklären, warum wir einen Pfefferspray für die Besichtigung brauchen.
Überteuert gings weiter via dem Scenic Drive entlang des Lake Mead für 10$ pro Motorrad. Da haben wir schon Schöneres für einiges weniger gesehen. Wir verliessen Nevada, schnitten kurz Arizona, liessen den Grand Canyon links liegen und fuhren in Utha ein. In St. George bezogen wir Quartier im Motel 6. Abendessen gabs im japanischen Sakuraut Steakhaus. Dieses hatte es in sich. Man hockt im Halbkreis um eine grosse Grillplatte, an welcher ein japanischer Chef mit viel Show und Feuer Steak, Gemüse, Nudel und Reis zubereitete. Als Dessert spickte der Chef ein Stückchen Shrimp von der Kelle in den Mund des Gastes. Sensationell. Leider war ich der einzige des Tisches, welcher das Stück nicht schnappen konnte. Was für eine Schmach.

Am nächsten Morgen assen wir Frühstück im Denny’s. Daniel bestellte sich ein Lumberjack Frühstück und war ab der riesigen Menge ganz entgeistert. Nun ja so ein Holzfäller hat halt schon Appetit. Gestärkt oder auch geschwächt von dieser herzhaften Mahlzeit erreichten wir den Zion Nationalpark. Beim freundlichen Ranger lösten wir den Nationalpark Jahrespass. Gültig für zwei Motorräder für 80$. Sehr empfehlenswert, wenn man mehrere Parks besucht.

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Zion National Park

Durch wunderschöne Felsformationen gings Richtung Osten. Die Temperatur wurde merklich frischer und wir nahmen ständig an Höhe zu.

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Das Schild wird schon seine Berechtigung haben…

Am frühen Nachmittag erreichte wir die Perle aller Canyons. Den Bryce Canyon. Unerreicht sind diese filigranen Säulen angeordnet in einem riesigen Amphiteather.

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Atemberaubend

In Cannonville wohnen 164 Einwohner, Telefonempfang hat es keinen, dafür ein Motel mit kleinem Shop. Aus Mangel an Restaurants in diesem Nest, kauften wir uns eine Tiefkühlpizza und liessen sie im Shop aufbachen.

Der nächste Tag brachte noch kühlere Temperaturen und Pässe bis zu 3000 Meter über Meer. Wir fuhren fröstelnd und zügig durch den Capitol Reef Nationalpark. Dank unserer Nationalpark-Memberkarte sparten wir 10$. Echte Sparfüchse. Daniel bemerkte, dass mein Rücklicht flackerte. Das schreit nach Defekt und grosser Reparatur.

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Grosse Operation für ein kleines Problem

Die Diagnose des Problems war ein Wackler im eingegossen Stromkabel in der Fassung des Rücklichts. Therapie der Wahl ist die Durchtrennung des betroffen Kabels. Somit fällt zwar das Rücklicht aus, jedoch werden Folgeprobleme, wie Kurzschlüsse, vermieden. Das wichtige Bremslicht funktioniert nach wie vor tadellos.

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Geglückte Operation

Unser dichtes Nationalpark Sightseeing-Program sah heute den Canyonland und den Arches Nationalpark vor. Um dieses ambitionierte Program zu bestehen, gings erstmals frühstücken in ein Truckerstop.  Nach einem Hackfleischsteak, zwei Spiegeleier, Rösti und Toast konnte es losgehen. Canyonland ist der Zusammenfluss des Green und Colorado Rivers. Diese zwei Flüsse haben über die Zeit riesige Canyons ins Land gefräst.

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Canyonland

Der Arches Nationalpark hat eine beeindruckende Anzahl Felsbrücken zu bieten. Die meisten via kleinere Spaziergänge zu erreichen. Nicht optimal mit der ganzen Motorradkluft, aber die Bewegung tat uns ganz gut.

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Turett Arch

Morgen geht es in Richtung des König aller Canyons. The Grand Canyon.

 

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Viva Las Vegas

Die Klimazonen in den USA kennen kein Erbarmen und geben keine Zeit zur Akklimatisierung. Von den bewaldeten und schneebedeckten Höhen des Yosemite National Parks geht’s quasi nahtlos über in eine staubtrockene Wüste. Dieser Tatsache noch nicht ganz bewusst fahren wir in Fresno los in Richtung Death Valley. Da eine Passstrasse wegen Schneefalls bereits geschlossen ist bedeutet dies für uns einen ziemlichen Umweg. Kaum losgefahren, wird das Landschaftsbild immer trockener und die Umgebungstemperatur schnellt dafür in die Höhe. Unter der Motorradjacke tragen wir aus Gewohnheit der letzten Wochen immer noch die maximale Wärmedämmung, sprich Thermounterwäsche in Kombination mit einer dicken Fliesjacke.

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Langsam wird’s warm

Bald einmal fühle ich mich wie im eigenen Saft geschmort und muss mich der Fliesjacke entledigen. Als wir am Abend quasi vor den Toren des Death Valley National Parks stehen und nach einer Unterkunft suchen stellt sich uns das Problem der Suche nach einer Unterkunft. Zwar sehen wir gleich drei Motels direkt an unserer Strasse aber eines sieht ausladender aus als das nächste. Schlussendlich beschliessen wir unser Glück beim Motel Ranch. Raphi übersieht das Schild „Please ring the bell“ direkt unter dem Schild „Office“ und steht so direkt im Wohnzimmer der Besitzerfamilie. Immerhin ist jemand zuhause, denn andere Gäste hat es hier bestimmt nicht. Der Besitzer bestätigt uns dass das Motel trotz dessen verlotterten Erscheinungsbild noch in Betrieb ist und nennt nebenbei auch seinen Preis: $79. Für ein Motelzimmer mit zugenagelten Fenstern doch reichlich viel. Wahl haben wir trotzdem keine und verbringen die Nacht im wohl überteuertesten Motel der Welt.

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Motel Range

Am nächsten Tag nehmen wir die letzten Kilometer ins Death Valley unter die Räder. Obwohl es mittlerweile November ist, ist es drückend heiss. Vegetation ist beinahe keine mehr vorhanden, dafür gibt’s ausgedehnte Salzseen, bizarre Felsformationen und sogar Sanddünen. Der Name des Tales ist Programm. Wir können nur erahnen wie heiss es hier im Sommer wohl werden kann. Ein Tal, welches man unmotorisiert nicht durchqueren möchte. Und doch wurden hier bereits Mitte des 19. Jahrhunderts seltene Mineralien abgebaut und mit Hilfe von Maultieren abtransportiert. Nachdem wir auch den tiefsten Punkt des Tales, welcher 85 Meter unterhalb der Meeresoberfläche liegt besucht haben, verlassen wir das Death Valley in Richtung Las Vegas.

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Da geht keiner freiwillig durch

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So wurden vor 150 Jahren die gewonnen Mineralien per Maultierzug abtransportiert

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichen wir die Stadt des Glückspieles und der Verschwendung dann auch. Waaahnsinn!! Fest nach dem Grundsatz „what happens in Vegas, stays in Vegas“ kann ich euch über die folgenden drei Tage leider keine Auskunft geben. Nein natürlich waren wir wie immer anständig. Wir besuchten am ersten Abend die Harley Davidson Bar und beschlossen bald auf diesen Bike-Typ umzusteigen.

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Viiiivaaa Las Vegas

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Das neue Traumbike

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Die Traumwelt von Las Vegas

Ein Muss in Vegas ist auch der Besuch einer Magic Show. Wir buchten uns Tickets für Jan Rouvens Show „Illusion“, quasi David Copperfield für Arme. Der deutsche Magier brachte uns aber mächtig ins Staunen und war zum Schluss sogar bereit ein Foto mit Raphi zu machen. Inspiriert durch die Show machten wir uns anschliessend daran selber Zaubertricks zu lernen. Freut euch also auf den nächsten Teil unserer Filmserie inkl. eigenen Zaubertricks!

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RvsZ meets Jan Rouven

Ein weiteres Highlite unseres Besuchs in Vegas war ein Diner im berühmten Bellagio all you can eat Buffet. Ich verfluche mich jetzt noch für den letzten Dessertteller, der vorletzte war eigentlich nämlich auch schon zu viel. Das wichtigste in Vegas ist natürlich ein Besuch in einem der tausenden von Casinos. Stolz können wir beide von uns behaupten dass wir die Casinos mit mehr Geld verlassen haben als beim Betreten. Insgesamt satte $3.50 !!! Jeder fängt mal klein an. Dafür sind unsere Bäuche nach dem Bellagio umso grösser.

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Koberind, Sushi, Krabben und alles was das Herz begehrt beim Buffet im Bellagio

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Geseling around the World Movie Teil 3

Die letzten Tage waren wir äusserst fleissig und haben unsere kilometerlangen Filmrollen zu Kasachstan, Mongolei und Russland zu einem 12 minütigem dritten Teil unserer Filmreihe zusammengeschnitten. Viel Spass!

 

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The bigger the better

Manche werden sich fragen, “Wo steckt Daniel?” Daniel ist aktuell mit dem Schneiden des dritten Teils des Filmes beschäftigt. Desshalb eine kurze Wortmeldung meinerseits. Wir hatten ja circa 200 Meilen vor San Francisco in ein schmuckes Motel eingecheckt. Dort traffen wir ein Schweizer Pärchen, welches mit dem Velo die Panamerika von Norden nach Süden durchfährt.  The One (Highway 1) ist ein beliebtes Ziel bei Veloreisenden und ist stellenweise sogar mit Velostreifen ausgestattet. Nachtessen gabs in Denny’s, einer klassischen amerikanischen Dinnerkette. Mein Cheeseburger mit Salat und der klassische Schoko-Milchshake dazu, kamen laut Denny’s Kalorienchart auf über 3000 Kalorien.

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Land of plenty

Ich verlies das Lokal kugelrund und mit dem festen Vorsatz am folgenden Tag zu fasten. Der Vorsatz endete Punkt 13 Uhr am nächsten Tag mit einem Hotdog. Nach den vorgängig sehr gemütlichen Tagen auf Nebenstrassen war der Freeway Richtung San Francisco mit seinen 6 Spuren eine echte Herausforderung. Und plötzlich steht sie vor uns im glänzenden Sonnenschein, die Golden Gate Bridge.

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Golden Gate Bridge

Mit Stolz und Ehrfurcht schiessen wir wunderschöne Erinnerungsfotos aus allen Perspektiven, bevor wir über dieses grandiose Bauwerk mit den eigenen Rädern rollen. Unser Motel in San Francisco war teuer, für den Preis gabs aber auch eine Tiefgarage. Diese lernten wir sehr zu schätzen, als wir unser Weg durch dubiose Gestalten zum Motel vor kämpften. Der Hunger trieb uns ins berühmte Chinatown-Quartier und endete mit einem leckeren chinesischen Vier-Gang-Menue. Mein Glückskeks sagte: Luck will find you!  Hats das nicht schon lange!?
The Rock ist ein amerikanischer Profiwrestler, welchen ich immer gerne im TV geschaut habe. “Smell what the Rock is cooking” war sein Markenspruch gefolgt von seinem “Peoples Ellbow”  in den Brustkorb des Gegners. Superspannende Überleitung! The Rock ist aber auch der Übernamen für die berühmt berüchtigte Gefängnisinsel Alcatraz.

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Alcatraz in der San Francisco Bay

 

Mittels einer sehr guten Audiotour marschierten wir durch das ehemalige Gefängniss und lernten so einiges.  Mit uns geschätzte 10 Millionen Mittouristen. Und so trampelten wir uns in den bedrückend kleinen Zellen auf den Füssen herum, während wir den original Stimmen ehemaliger Wärter und Insassen lauschten.

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Fluchtversuch 1962 von Frank Morris durch den Lüftungsschacht

Mit dem Boot gings vom einten Rummelplatz zum nächsten. Fishermans Wharf ist neben der Golden Gate Bridge, Chinatown und den Cabelcars eine der Hauptattraktion in San Francisco. Am Spannendsten fand ich die vielen Seelöwen, welche faul am Pier rumlagen. Die Zauber- und Comedyshow von Frisco Fred wiederum, war weder spannend noch lustig.

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Frisco Fred in Action

Ich äusserte den Wunsch auf ein herzhaftes Steak als Abendessen und Daniel suchte mithilfe von Tripadvisor zielsicher eines der teuersten Steakhäuser der Region aus. Das T-Bone Steak war wahrscheinlich jedoch das beste Steak, welches ich je gegessen habe.

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Man gönnt sich ja bekanntlich sonst nichts…

Zwei Tage Grossstadt reichen, um einen daran zu erinnern, warum man Grossstädte nicht mag.  Flott gings ins Landesinnere in Richtung Yosemite Nationalpark.  Leider war die West-Ost Verbindung durch den Yosemite bereits wegen Schnee gesperrt. Die Nord-Süd Route jedoch noch offen. Wir durchquerten ein Teil des durch den grossen Waldbrand vom 17. August 2013 zerstörten Teil. Diese Feuer wurde erst vor wenigen Tagen fertig gelöscht und zerstörte eine Fläche von mehr als 1000 km2.

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Verbrannte Erde so weit das Auge reicht

Bald wurde die Landschaft wieder grüner und herbstlich goldig, als wir  das Yosemite Vally mit seinen beeindruckenden Felsformationen erreichten.

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Yosemite Vally mit El Capitan Felsen links

Am südlichsten Spitz steht der grösste Baum der Erde – The Grizzly Giant (Volumen gerechnet). Überall lag doch massig Schnee im  und die Temperaturen waren grenzwertig.

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The GrizzlyGiant – Man beachte den Ast, welcher rechts weg geht mit einem Durchmesser von circa 2 Metern

Umso überraschter waren wir als wir 50 Meilen südlich des Parkes durch dürres Steppenland fuhren und in unserer Ausrüstung zu schwitzen anfingen.

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Heiss und trocken

Schluss war in Fresno. Abendessen gabs wiedermal im Denny’s, diesesmal  -oh Wunder- jedoch nur einen Salat.

 

Ps Daniel war sehr fleissig! Der dritte Teil des Filmes kommt in Kürze…

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