Nach- und Vorruf

Posted by on 11. April 2013

Lang haben wir nichts mehr von uns hören lassen. Fleissig waren wir trotzdem. Waren ja in Göreme in der Undergroundcity (siehe Film…) und haben auf dem örtlichen Camping übernachtet. Auf dem gleichen Camping waren drei Münchner mit Honda Africa Twins. Basti, Fabi und Dennis machen im Prinzip das Gleiche wie wir nur in Etappen. Sprich sie lassen nach 2 Wochen Urlaub das Motorrad stehen und fliegen heim bis zum nächsten Urlaub. Aktuell sind sie von der Türkei unterwegs nach Russland. Und so grillierten und tauschten wir Geschichten beim Lagerfeur aus.  Bald zogen wir jedoch in unterschiedliche Himmelsrichtungen weiter. Wir fuhren über Niksar an die Schwarzmeerküste, vorbei an einem Meer von Haselnussträuchern (Die türkische Schwarzmeerküste wird auch Haselnussküste genannt).  Wir erreichten Trabzone, eine Hafenstadt im Nordosten der Türkei.  Als waschechte Seefahrer bezogen wir Quartier direkt am Hafen, schreiender Fischverkäufer und Strassenstrich inklusive.

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Trabzone

Am nächsten Tag nach der Verspeisung eines staubtrockenen Poulets, gingen wir auf einen Verdauungsspaziergang. Als wir den Berg Richtung Meer runter liefen sahen wir bekannte Gesichter. Es waren die Münchner. Witzig wie man sich einfach so in einer 220`000 Stadt wieder trifft. Sehr zur Freude des Hoteliers stiegen sie im gleichen Hotel wie wir ab. Dennis Maschiene bringt seit Göreme keine Leistung mehr hin. Und da der Vergaser der Hauptverdächtige ist, wurde dieser zerlegt. Es zeigte sich, das die Vergasermembran gerissen war. Die Jungs wollten am nächsten Tag Ersatz organisieren. Am Abend gings ins Effes Pub. Der Name ist Programm und so wurde es eine feucht fröhliche Runde. Die Reisepässe mit den Visas sind dank Daniels Homebase und Supportteam (an dieser Stelle nochmals herzlichen Dank!) mittels DHL aufgegeben worden und auf dem Weg. Was soll da noch schiefgehen.

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Leider hatten wir keine weibliche Begleitung und mussten mit den Böcken vorlieb nehmen

Am nächsten Tag stellte sich heraus das der lokale Hondahändler keine Menbran hat. Die Fähre nach Russland fuhr am nächsten Tag, somit fiel auch eine Expresslieferung ins Wasser. Was tun? Mann kann ähnlich einem Veloflicken auf den Fahradschlauch, auch ein Kondom auf die Membran vulkanisieren. Wichtig dabei das Kondom muss Naturkautschuk sein und ohne Gleitmittel. Und so kam es das 4 Jungs in einem Hotelzimmer ein Kondom trockneten, zuschnitten und anschliessend fachmännisch verklebten. Zum Glück war keine Sittenpolizei zugange :-)

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SaferSex für ein Motorradvergaser

Lange Rede kurzer Sinn, das Problem war gelöst und Dennis Maschine lief wieder auf hochtouren. Wie lange wird sich weisen. Am nächsten Tag hiess es Abschied nehmen denn die Fähr auf Sochi stand bereit. Viel Glück und sichere Fahrt.

Daniel und ich dümpelten den Rest des Tages vor uns hin, wärend der Pass laut eTracking auf dem Weg war. Am nächsten Morgen sassen wir gerade beim Zmorgen als uns eine Hotelangestellte das Couvert überreichte. Der Rest ist schnell erzählt. Wir sattelten die Motorräder, verabschiedeten uns vom Hotelbesitzer mit den traditionellen Küssen auf die Wange (Einmal ist immer das erste Mal), nahmen noch die Tips von der anwesenden Prostituierten betreffend Kriminaliät in Georgien zu Herzen und weg waren wir. Die Grenze war bald erreicht und das Abentuer Türkei nahm sein Ende. An dieser Stelle möchte ich exemplarisch für die Türkei von Murat berichten. Als wir in Kesap an der türkischen Schwarzmeerküste Halt machten wurden wir an der Tanke von einem netten Englischlehrer zu einem Mineralwasser eingeladen. Fünf Minuten später beim anschliessenden Bancomatbesuch sprach uns Murat an. Respektiv er redete und wir verstanden nichts. Als das Wort Chai fiel wussten wir um was es ging. Und so kam es das wir bei Murat in seiner Zahnarztpraxis hockten und Tee schlürften. Einfach so. Wir erlebten die Türkei als sehr offenes und gastrfreundliches Land. Gerne wieder.

Aber nun zurück zur Grenze. Hier herschte viel Betrieb verursacht durch Lastwagen, welche sich stauten. Gewisse Menschen verdienen ihr Geld, oder versuchen es zumindest, indem sie uns Motorradfahrer die Lücken in den Spuren zeigte, sodass wir schneller nach vorne kommen. Als uns so ein Mensch 2 mal eine Spur gezeigt hatte, wollte er Liras. Wir hatten nur noch Münz, jedoch immerhin noch etwa 10 Lira repsektiv 5 Chf. Nun war ihm das ein zu geringer Lohn für 2 Minuten Arbeit und so zog er wütend vondannen. Tja. Die Einreise auf georgischer Seite war absolut problemlos.

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Willkommen in Georgien

Wir fahren in Batumi ein, der wichtigsten Hafenstadt Georgiens. Prunkvolle Bauten noch und nöcher, jedoch alles wild zusammengewürfelt. Von der Antike über Barok und Moderne findet sich alles und ist wild zusammengewürfelt. Diese Kombinationen mögen vielleicht historisch und kulturell nicht stimmig sein, haben aber ihren ganz eigenen Charme.

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Batumi

Wir finden ein Hotel und wärend wir noch vor dem Hotel absteigen, kommt Raimund vorbei. Raimund ist Österreicher und baut zur Zeit die Kläranlage von Batumi. Und so stellen wir die Motorräder in seine Garage und am Abend gehts auf eine kleine Stadtrundfahrt. Und so lernen wir in kurzer Zeit viel über Batumi und Georgien. Zum Abendessen werden wir von Raimund in ein georgisches Lokal eingladen. Erich ein Arbeitskollege von Raimund leistet uns gesellschaft und so tauchen wir in die exzellente georgische Küche ein. Willikommen im wilden Kaukasus.

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Mittagessen für zwei Clochards im Schicki-Micki Restaurant

 

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