Oyster Coast

Posted by on 26. October 2013

Bevor es los geht mit dem Post, kurz Werbung in eigener Sache. Unser Blog wurde in der Zeitschrift “MotorradABENTEUER” Ausgabe November/Dezember 2013 vorgestellt. Um die nette Rezension über www.rvsz.ch zu lesen einfach an den nächsten Kiosk gehen, die Ausgabe kaufen und auf Seite 42 aufschlagen. Alternativ kann die Zeitschrift auch online heruntergeladen werden.

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Grösste Motorradreisezeitschrift im deutschsprachigen Raum

Und los gehts. Gut genächtig und gut gelaunt machten wir uns auf den Weg Richtung Olympic National Park. Dichtes Baumwerk und dicker Nebel trübten die Sicht, jedoch nicht den Fahrspass. Immer wieder gibt es eine Ausfahrt mit vielversprechenden Sehenswürdigkeiten. Wir machen einen kurzen Halt am Ruby Beach. Der Pazifik zeigte sich hier von seiner wilden Seite, was für ein Kontrast zu den Sandstränden mit Palmen und kristallklarem Wasser in Südostasien. Rast für die Nacht machen wir in Aberdeen, einer kleinen Stadt westlich von Seattle. Tripadvisor und Wikipedia klären uns darüber auf, dass Kurt Cobain, legendärer Sänger der Gruppe Nirvana, aus Aberdeen kommt und es ein Memorial gibt.

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Das Ortsschild von Aberdeen inspirierte Kurt Cobain zum Song “Come as You are”

Somit wächst unsere To-Do Liste für den nächsten Tag um einen Programmpunkt. Bei strahlenden Sonneschein huldigen wir Kurt Cobain, respektive schauen die Gitarre an, welcher ein Fan auf einen Rasen gepflanzt hat.

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Kurt Cobain Memorial Aberdeen

Nächster Halt ist im Walmart von Aberdeen, auf der Liste stehen: SIM Karte, USB Stick, Amerikaflagge. Alles was man so halt braucht.

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Stars and Strips

Gemütlich geht es der Küste entlang nach Westport. Dort solls einen Leuchtturm geben, aber erstmals gibt es die angeblich besten Fish and Chips weit und breit. Obs die Besten waren, sei dahingestellt. Gut waren sie allemal.

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Fish und Chips Stop

Zuerst finden wir den Leuchtturm nicht aber dank ein paar hilfreichen und sehr netten Amerikanern sind wir bald wieder auf Kurs. Das Gray Harbor Lighthouse wurde 1898 erbaut und ist der dritthöchste Leuchtturm der Westküste.

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Gray Harbor Lighthouse

Die Linse wurde in Frankreich gebaut und via Schiff um ganz Südamerika herum an die amerikanische Westküste transportiert. Faszinierend. All diese Informationen bekamen wir auf einer Privattour durch einen netten Guide. Wirklich spannend was an Logistik und Technik in so einem alten Leuchtturm steckt. Ein paar Meilen weiter südlich passieren wir die Mündung des Columbia Rivers. Den Ort wo Lewis und Clark auf ihrer legendären Mission 1804 erstmals die Westküste erreichten. Zugleich ist der Columbia River die Grenze zwischen Washington State und Oregon. Zum Abendessen gibt es in Seaside Oregon die berühmte Muschelsuppe genannt Clam Chowder. Dabei handelt es sich um eine dicke Cremsuppe mit Muschelfleisch und Kartoffeln. Sättigt allemal.

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Angeblich die beste “Clam Chowder” der Welt

In unserem viel zu teuren Motel wählen wir zwischen 4 Kopfkissen, sagenhaften 12 Frottiertücher und legen uns je in ein Standartbett, welches bei uns als grosses Doppelbett durchgehen würde. Am nächsten Morgen kurvten wir durch den Cape Lookout National Park, aber aufgrund dichten Nebels gabs, bis auf ein paar Sanddünen, nicht viel zu sehen. Die Küste Oregons lebt von Austern und Krabben und dergleichen. Überall wird mit den Schalentieren geworben. Wir entschlossen uns, ein leichtes Mittagessen  in Lincoln City in der Shuckers Oyster Bar einzunehmen.

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Rein ins Vergnügen

Als Auster-Novizen entschieden wir uns für den Variationsteller – Austern auf vier verschiedene Arten, von jeder Art sechs Stück. Die Vorspeise waren Shotgläser gefüllt mit einer Tabascosauce und natürlich Austern. Nun ja der kalte salzige Glibber mit Tabascogeschmack mundete uns nur mässig. Als Hauptspeise gab es im Öl gebratene Austern, sowie frittierte Austern. Beide Variationen waren ganz passabel. Zum Dessert gab es dann die klassische rohe Auster in der Schale mit Zitronensaft. Mit Ach und Krach würgten wir die Viecher runter, Spass machte es keinen.

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Vorspeise

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Hauptgang

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Dessert – Pfui Teufel

Mit komischen Magen schwangen wir uns auf die Motorräder. Die periodischen Austern- Rülpser im Helm waren gelinde gesagt grässlich. Ein guter Tag an der Westküste beinhaltet immer die Besichtigung eines Leuchtturm. In Newport steht der Grösste der Westküste. Das Yaquina Head Lighthouse ragt 28.3 Meter in die Höhe, während unterhalb der Pazifik unerbittlich gegen das Land kracht.

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Yaquina Head Lighthouse

Am Strand lassen sich in den hohen Wellen Seelöwen beim Tauchen beobachten. In Yachats checkten wir im Motel Dublin ein und assen herzhaft im typisch amerikanischen Dinner Blue Whale. Der nächste Tag begann wie der Letzte aufhörte, mit der Besichtung des Heceta Head Lighthouse. Der spanische Seefahrer Heceta kam vor langer Zeit an dem Ort vorbei und ist deshalb der Namensgeber.

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Leuchtturm Nummer 3 – Heceta Head Lighthouse

Aber jetzt ist genug mit Leuchttürmen. Im Seals Cave soll es massig Robben haben. Mittels Lift geht es in eine eindrücklich grosse Höhle, wo die Robben wohnen. Leider waren keine zuhause. Nur auf einem fernen Felsen liessen sich ein paar dieser Speckwürste mit Flossen ausmachen.

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Seals on the Rock

Nach nun viel Küste zog es uns ins Landesinnere Richtung Crater Lake Nationalpark. Vorbei an wunderschönen Herbstwäldern ging es bei milden Temperaturen nach Union Creek. Knapp an Benzin machte ich mich alleine auf ins 15 Kilometer entfernte Dorf um genügend Benzin für die morgige Besichtung des Crater Lake National Park zu haben. Manchmal in ganz seltenen Momenten beneide ich Daniels 23 Liter Benzintank. Aber nur manchmal.

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