Zu Besuch bei den Aussies

Posted by on 2. October 2013

Mit einem Ruck kommt das Gepäckband zum Stehen. Die nagende Ungewissheit wird zur Bestimmtheit. Da hilft auch eine nochmalige Inspektion der Gepäckbandumgebung nichts mehr. Mein Rucksack ist beim Flug von Adelaide nach Sydney verlorengegangen. Beim Gedanken daran dass sich im Rucksack alle wichtigen Dokumente, Motorradschlüssel und andere unersetzliche Dinge befinden kommen mir Schweissausbrüche. Dabei kann ich von unserem Abstecher nach Australien sonst nur Gutes berichten:

Wir landeten in Sydney und schauten uns die Stadt an. Die Preise verschlugen uns zwar erstmals den Atem. Während wir in Südostasien für 35 $ noch eine Honeymoon Suite inkl. Früchtekorb und Weinflasche buchten so bekamen wir in Sydney für 80 $ nur noch ein muffiges Zimmer in einem lärmigen Backpacker.

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Opera House und Harbor Bridge in Sydney

Nach 3 Tagen in der Stadt machten wir uns mit einem Mietwagen auf den Weg in Richtung Adelaide wo wir Freunde besuchen wollen, welche wir von unserer Afrikareise kennen. Auf dem Weg machen wir Halt in den Blue Mountains wo wir wandern gehen. Zwischen Tür und Angel des Hostels in Katoomba treffen wir Thomas und Stephanie. Die beiden Schweizer hatte ich in Ko Tao in Thailand schon getroffen. Wie klein die Welt doch ist. Zur Feier des Tages gibt’s zum Abendessen Älplermagaronen und zum Dessert einen Jass.

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Three Sisters in Katoomba

Zurück an der Küste machen wir einen Abstecher auf die Raimond Island. Angeblich gäbe es auf der kleinen Insel eine überragend grosse Koala Population zu bestaunen. Und tatsächlich. Beinahe jeder Eukalyptusbaum ist mit einem der berühmten Inselbewohner besetzt. Melina will ab deren herzigen Anblick die Insel gar nicht mehr verlassen. Wenige Schritte im Hinterland der Insel treffen wir auch noch auf eine Gruppe Kängurus und einen Kurzschnabeligel. Alles in allem ein mehr als lohnender Ausflug.

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Känguru,

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Koala,

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und Kurzschnabeligel

In Melbourne wurde ich unfreiwillig Teilnehmer in der Show eines Streetperformers. Obwohl ich mich genau um Solches zu vermeiden nie in die vorderste Reihe stelle, wurde ich nach vorne gerufen. Als Teil eines Tanztheaters machte ich mich zum Gelächter der Menge. Zum Glück kennt mich dort niemand. Weiter ging’s über die Great Ocean Road nach Halls Gap, einem kleinen Ort etwas im Landesinnern. Während zweier Tagen erklommen wir umliegende Berggipfel und genossen die wunderschöne Natur.

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Auf dem Pinnacle in Halls Gap

Am zehnten Tag unseres Roadtrips erreichten wir schliesslich Adelaide. Kim und Dale, so heissen unsere Bekannten, hatten uns eingeladen für die nächsten Tage in ihrem Haus zu wohnen. Wir erhielten sogar die Schlüssel für Kim’s Auto um die Stadt zu erkunden und wurden zu Dale’s Eltern zu BBQ’s eingeladen. Überhaupt ist die Gastfreundschaft der beiden überragend und krönt damit die allgemein äusserst freundliche Haltung der Australier gegenüber Touristen. Am nächsten Tag machten wir einen Ausflug ins Umland von Adelaide. Kim welche ihr erstes Kind erwartet fuhr unsere Ziele an, fast alles Brauereien und Weingüter. Diese Ausflüge auch genannt Wine Tours erfreuen sich bei den Südaustraliern einer grossen Beliebtheit. Die Degustationen sind meist kostenlos und ergiebig.

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Auf ein Glas in der Hugh Hamilton Winery

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Koalas zum anfassen im Cleland Park in Adelaide

Wir kauften aber auch kräftig ein denn am nächsten Tag war Grand Final Day angesagt, das Finalspiel der Meisterschaft im Australien Football. Kim und Dale nahmen uns mit an eine Grand Final Party bei Freunden. Unsere Einkäufe am Vortag zahlten sich aus denn der Alkohol floss in Strömen, währenddessen das Spiel selbst die Australier selbst nur zweitrangig interessierte. Nachdem bereits um 21:30 bereits der erste Partygast mit ausgerenkter Schulter von der Ambulanz abgeholt werden musste und ich einen kurzes Ausnüchterungsschläfchen auf dem Sofa machte ging‘s bereits relativ früh nach Hause.

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Beerpong…

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…an der Grand Final Party

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Unsere überragenden Gastgeber: Kim und Dale

Die Tage bei Kim und Dale verstrichen wie im Flug, werden aber definitiv mit besten Erinnerungen im Kopf verbleiben. Thank you so much Kim and Dale! Am fünften Tag ging‘s dann früh morgens an den Flughafen von Adelaide. Dort erwartete mich bereits die erste böse Überraschung. Die Lady am CheckIn wollte mir keine Boardkarte aushändigen solange ich kein Weiterreise Ticket aus Kanada heraus besitze. Kurzerhand buchte ich also beim Sales Desk nebenan einen rückerstattbaren Flug von Kanada in die USA. In Sydney mussten wir umsteigen und deshalb unser Gepäck vom Band holen.

Ja und nun stehe ich da an diesem Band wie bestellt und nicht abgeholt. Natürlich geschehen diese Dinge immer wenn die Zeit beim Umsteigen eh schon knapp ist. Etwas angepisst eile ich an den Lost and Found Bagage Schalter wo ich anstelle meines Gepäcks aber nur eine Verlustkarte und ein paar aufmunternde Worte eines Flughafenmitarbeiters erhalte. Das einzig Positive an der Sache ist, dass es sich mit einer Verlustkarte viel einfacher einchecken lässt als mit einem riesigen Rucksack.

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Wo ist mein Gepäck?!

Ich nur noch mit Handgepäck begeben wir uns auf unseren 14.5 stündigen Verjüngungsflug. Dank Überschreitung der Datumsgrenze landen wir 3 Stunden früher als wir gestartet sind. In Vancouver dann die grosse Erleichterung. Der vom Flughafenmitarbeiter beschriebene Bestcase ist eingetreten und mein Rucksack kommt vom Band als wäre nie was geschehen. Rechtzeitig wurde dieser in Sydney irgendwo gefunden, sodass er‘s doch noch ins gleiche Flugzeug schaffte. What a day!

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