Von Trauminseln und Traumtempeln

Posted by on 24. September 2013

Ein untrügliches Zeichen dass ich den Blog zu lange vernachlässigt habe ist, dass ich das Passwort zum Administrationsbereich nicht mehr weiss. Die Tage in der Zwischenzeit sind wie im Flug verstrichen und seit wir keine Sleeping Busse in Südostasien (siehe Abhandlung in meinem letzten Beitrag) mehr benützen fielen auch diese Gelegenheiten einen Artikel zu verfassen weg. Vielleicht bin ich aber nach nun bald 7 Monaten auf Reisen einfach nur faul geworden. Ich gelobe aber Besserung.  Aber nun zum eigentlichen Geschehen: Nach ca. 3 Wochen in Vietnam fuhren wir per Boot den Mekong rauf und überquerten die Grenze zu Kambodscha auf dem Wasserweg. Sämtliche Grenzämter der Welt sollten sich mal ein Beispiel an der relaxten Art dieses Kleinstzollamtes nehmen – die Einreise nach Kambodscha inkl. Beschaffung eines Visums war in Rekordzeit erledigt. Wenig später legte unser Schnellboot schon am Landungssteg mitten in Phnom Penh an. Phnom Penh ist eine wunderschöne Stadt in der man gut ein paar Tage verweilen kann. Einzig die vielen Sextouristen welche die Armut der Bevölkerung schamlos ausnützen störten uns ein wenig. Eindrüklich und beklemmend war auch ein Besuch auf einem der sogenannten „Killing Fields“ wo während des Regims von Pol Pot mindestens 200‘000 Kambodschaner auf bestialische Art und Weise hingerichtet wurden. Der Ort dient heute als Gedenkstätte.

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Gedenkstätte mit den Gebeinen von Opfern des Pol Pot Regimes

Von der Hauptstadt ging die Reise per Bus nach Sihanoukville an der Küste weiter. Angeblich gibt’s vor der Küste Kambodschas einige noch beinahe unberührte, tropische Trauminseln zu besuchen. Leider ereilte mich kurz vor der Trauminsel ein Albtraum. Irgendein Nahrungsmittel der letzten Tage war wohl für den durchschnittlichen mitteleuropäischen Magen nicht ganz geeignet. Auf jeden Fall suchte sich das schon Gegessene auf alle möglichen Arten mit Hochdruck einen Weg nach aussen. Für eine Nacht und den vollen nachfolgenden Tag ging das so, dann war der Spuk zum Glück vorbei und der Trauminsel stand ausser eines defekten Bootes nichts mehr im Wege. Wir besuchten Koh Rong Samloem. Die Insel ist wirklich weitestgehend der Natur überlassen und die Touristen kann man an einer Hand abzählen. Unsere Bambushütte teilten wir uns mit einer riesigen Spinne und einem noch viel grösseren Gecko. Wilfred, so tauften wir ihn, ist der Beweis, dafür dass Dinosauriere doch nicht ausgestorben sind, vermutlich ein direkter Nachkomme eines T-Rex.

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Wilfred, unser Hausgecko

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Entspannen auf Koh Rong Samloem

Leider spielte während unserem Abstecher an die Küste das Wetter nicht so ganz mit. Kein Wunder eigentlich, mitten in der Regenzeit. Weiter gings danach nach Siem Reap besser bekannt als dem Standort der Tempelanlagen von Angkor Wat. Um sicher zu gehen, dass auch die kambodschanischen Sleeping Buses nicht besser sind als die vietnamesischen buchten wir uns für diese Reise genau einen solchen. Um Panikattacken zu vermeiden möchte ich mich jetzt nicht mehr daran zurückerinnern. Kurz zusammengefasst: Meine Kleidung war am Ende der Fahrt komplett durchgenässt (und nein ich bin kein Bettnässer und Schweiss war‘s auch nicht) und geschlafen haben wir keine Millisekunde. Entschädigung boten uns dann dafür die Tempelanlagen rund um Siemreap. Diese sind wohl die eindrücklichsten Bauten die ich in meinem Leben je gesehen habe. Man kann es sich nicht vorstellen wie die Leute um 1200 solche Bauwerke  erschaffen konnten. Alleine die Wasserreservoirs, rechteckige Becken mit einer Dimension 8 km x 2.2 km und einer Tiefe von 3 Metern, von Menschenhand ausgehoben sind eine unglaubliche Leistung. Wer bei den Pfadfindern schon mal ein Latrinenloch von 1m x 1m x 1.5 m mit Schaufel und Pickel ausgehoben hat kann sich eine solche Leistung noch viel weniger vorstellen. Die Tempel und Palastruinen selbst aber sind einfach nur gigantisch. Alle Steine sind so behauen, dass sie nahtlos ineinander passen. Sämtliche Wände sind mit Reliefs überzogen. Alles in Stein gehauen versteht sich. Man muss das selbst gesehen haben um es glauben zu können.

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Der wohl berühmteste Tempel: Angkor Wat

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Beinahe alle Wände sind mit beeindruckenden Reliefs verziert

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Im Würgegriff der Natur

Von Siemreap was’s dann nicht mehr weit nach Bangkok. Da ich Bangkok ja bereits ausgiebig besichtigt hatte gings dann aber bald weiter nach Koh Tao, der Trauminsel im Golf von Thailand. Hier verbrachten wir unsere letzten Tage in Südostasien mit Tauchen, Scooterfahren Schnorcheln und Fischen. Bei Letzterem machte ich meine blamable Nullnummer vom letzten Mal mehr als Wett. Die halbe Insel konnte sich ab meinem Fischen an diesem Abend sattessen. Diese Insel werde ich garantiert vermissen!

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Diesmal beisst der Fisch…

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…und wie!!

Übrigens, wer die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben hat, dass wir auch wieder mal auf die Motorräder umsatteln hier die aktuellsten News: der Container wird am 13. Oktober um 16.00h Vancouver erreichen. Auf jeden Fall wenn man der Vorhersage der Spedition Glauben schenken will…

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