Heidiland

Posted by on 10. September 2013

Nach Saigon und Umgebung gings Richtung Norden. Erster Halt war Nha Trang. Nha Trang scheint die Nummer Eins Russen Destination zu sein in Vietnam, nur so lässt sichs erklären, dass alles auf Russisch angeschrieben ist. Wenn ich so die Menu Karten auf russisch studierte, fühlte ich mich wieder ins tiefste Sibiren versetzt. Und ganz ehrlich, das mühsame Entziffern von Menu und Wegweisern vermisse ich gar nicht mal. Nha Trang hat einen Buddha und vorallem einen traumhaften weissen Sandstrand. Beim Baden und Dösen am Strand lässt es sich herrlich vom stressigen Saigon erholen.

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Strandleben

Doch bevor das Paradis langweilig wurde, hüpften wir in einen Nachtbus Richtung Hoi An. Daniel hat ja schon ausführlich über die Vor- und vorallem Nachteile der Nachtbusse berichtet. Aufgrund einer zu schwachen Klimaanlage badete ich im eigenen Schweiss auf dem genügend langen aber viel zu schmalen Bett. Das Gute an der Zeit ist jedoch, dass sie immer vorwärts geht und so wurden wir nach 11h in  Hoi An ausgeladen.

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Hoi An

Hoi An ist die Schneiderstadt Vietnams und meiner Meinung nach die schönste Stadt Vietnams. Ehemals eine Kommandozentrale der amerikanischen Streitkräfte wurde die Stadt während des Krieges beinahe komplett verschont. Kleine Gässchen führen durch die sehr pittoresque Altstadt, welche hauptsächlich aus Schneiderboutiquen besteht. Isa hat ihre alten Lieblingshosen mitgebracht und innerhalb 24 h wurden die Hosen exakt kopiert. Faszinierend.

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Schneiderboutique

Was in Thailand die Fullmoon Party auf der Insel Ko Phangan ist und im Komasaufen endet, ist in Vietnam das Lunar Fest. Für gutes Glück werden Kerzenlaternen auf dem Fluss schwimmen geschickt.  Zugegeben auch sehr touristisch, aber garantiert katerfrei.

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Lunar Fest Hoi An

 

Im Nachtzug ging es weiter nach Hanoi. Für alle die mit einer Vietnamreise liebäugeln seien die vietnamesischen Nachtzüge empfohlen. Stressfreies und sicheres Reisen vorbei an Jungel, Reisfeldern und Meer. Hanoi fand ich nicht so spektakulär, respektive Hanoi ist eine vietnamesische Grossstadt mit entsprechendem Verkehrsaufkommen. Anfangs ist man noch amüsiert über das wilde Treiben auf vietnamesischen Strassen, am Ende geht es einem doch ziemlich auf den Sack. Schnell hüpften wir in den Nachtzug nach Sapa um der Grosstadt zu entkommen. Nun Sapa mit seinen grünen Hügeln, den terassenförmigen Reisfelder und den  Wasserfällen ist atemberaubend schön. Der Haken an dieser Landidylle sind die einheimischen Bergvölker die einen aggressiven Tourismus sondergleichen betreiben. 15 Frauen des ersten Bergstammes begleiteten unsere Gruppe von 8 Touristen am ersten Morgen des Trekkings bis zum Mittagessen. Natürlich wurden wir nicht begeleitet, weil die netten Frauen sich so sehr für meinen Namen, mein Alter und meine Familie interessierten, sonder um ihren Schmuck und Gugus zu verkaufen. Nach dem Mittagessen warteten vor dem Restaurant schon die Frauen des nächsten Bergstammes auf uns, unschwer zu erkennen an den roten Kopftüchern. Diese Frauen rasieren sich die Augenbrauen, sowie der Haaransatz. Der Legende nach fiel der Frau eines Königs beim Kochen eine Augenbraue ins Gericht. Der König verschluckte sich arg und befahl um solche Katastrophen in Zukunft zu vermeiden, dass alle Frauen ihre Augenbrauen und Haaransätze rasieren müssen.

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Sapa

In der Gegenwart waren wir einfach nur froh, als wir bald unsere Bleibe für die Nacht erreichten und so die Frauen loswurden. Müde vom pausenlosen „No thank you“ sagen ging es früh unters Moskitonetz. Ich wähnte mich in einem schlechten Film, als am nächsten Morgen erneut eine Schar Frauen eines anderen Stammes vor der Türe standen, ihr Verkaufsartikel schon zur Hand. Die Bergregion Sapa ist so wunderschön wie Heidiland, nur nervt Heidi pausenlos.

Zurück in Hanoi ging es darum, die Weiterreise zu planen. Da sich die meisten wahrscheinlich fragen, wann es endlich weiter geht mit den Motorrädern, hier ein paar Informationen. Von Vladivostok kann man ein Motorrad nur per Container mittels Schiff nach Vancouver transportieren. Hierzu muss man einen kompletten 20 Fuss Standartcontainer kaufen. Kostenpunkt 5000 US Dollar. Da unsere 2 Motorräder nur einen Bruchteil des Containers ausfüllen, waren wir froh, als unser Disponent in Vladivostok noch zwei britische Biker vermittelte, welche zur gleichen Zeit nach Vancouver wollten. Blöderweise gab es massive Überschwemmung im Gebiet um Khabarovsk, was die Ankunft der Motorräder in Vladivostok verzögerte. Mittlerweile sind die Bikes angekommen und der Container mit nun 5 Motorrädern geladen und wird voraussichtlich Anfangs/Mitte Oktober in Vancouver sein. Somit haben wir zwar Verspätung, aber die Kosten für den Container gehen durch fünf anstatt durch zwei. Aus diesem Grund entschieden sich Isa und ich einen Abstecher ins Land des Lächelns zu machen. Thailand reloaded.

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Goodbye Vietnam

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