Strand statt Sumpf, Hotel statt Zelt und Bus statt Töff

Posted by on 18. August 2013

Tropf, tropf, tropf. In exakt gleichbleibendem, regelmässigen Abstand platscht mir ein eiskalter Tropfen ins Gesicht. Ein Blick nach oben bestätigt mir mein Verdacht. Mein Kopf befindet sich exakt unterhalb eines leckenden Lufteinlasses der Klimaanlage. Mancher Leser mag nun denken warum bewege ich mich nicht einfach an einen anderen Ort. Nein, ich bin nicht zu faul, ich liege in einem der berühmt berüchtigten vietnamesischen Nacht Bussen. Diese Fortbewegungsweise bietet lediglich zwei Vorteile: Die Fahrt ist extrem billig und an Schlaf ist nicht zu denken, was mir die Möglichkeit bietet endlich wieder mal einen Bericht zu schreiben. Die Liste der Unannehmlichkeiten ist dagegen seeeehr lang. Ich will hier deshalb nur die wichtigsten nennen:

  • Diese Busse sind für 1.50 m grosse Asiaten konzipiert und obwohl ich kein Riese bin habe ich nicht den Hauch einer Chance meine Beine auch nur halbwegs gestreckt unter dem Vordersitz zu platzieren.
  • Wie in Vietnam unter allen Verkehrsteilnehmern, den Fussgängern ausgenommen, üblich drückt der Fahrer ständig auf die Hupe. Dass dabei jemand im Schlaf gestört werden könnte bedenkt er wohl nicht.
  • Vollbremsungen und abrupte Ausweihmanöver geschehen im Minutentakt sodass man sich im Schlaf ständig aktiv an seinem Sitz festkrallen müsste.
  • Je nachdem welchen Bus man erwischt kommt dieser auch gerne mal um 04:00 in der Früh am Zielort an. Nicht gerade der Moment wo ein normaler unausgeschlafener Mensch noch gross Lust auf Sightseeing hat.
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Tropfende Klimaanlage

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Nur für kleinwüchsige Asiaten geeignet

Nun aber genug geflennt eigentlich möchte ich ja über die letzten Wochen berichten. Ein wenig ein komisches Gefühl war es ja Anfangs schon als ich plötzlich alleine ohne Raphi am Flughafen stand. Die letzten 5 Monate waren wir beinahe immer 24 Stunden am Tag zusammen unterwegs. Andere Gedanken überwiegen aber deutlich: Endlich ist der lang ersehnte Tag da an dem ich meinen Schatz wiedersehe. Melina war bereits vor mir in Malaysia unterwegs und ich flog deshalb nach Kuching auf der Insel Borneo. Nach einem freudigen Wiedersehen zog es uns schon bald weiter nach Kuala Lumpur und dann bald weiter auf die Insel Pangkor, westlich von Kuala Lumpur. Das Hotel und die Insel waren traumhaft. Unschlagbare Essensbuffets und weisse Sandstrände lassen die Entbehrungen der bisherigen Reise endgültig vergessen.

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Petronas Twin Towers in Kuala Lumpur

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Endlich wieder zusammen!

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Traum einer Insel – Pangkor, Malaysia

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Hornbill Vogel auf Pangkor

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Orang Utan auf Borneo

Doch auch das Paradies wird irgendwann mal langweilig uns so zieht es uns weiter nach Vietnam. Die erste Station heisst Hanoi. Da in Vietnam Autos mit bis zu 200 % des Kaufpreises besteuert werden, benützen alle Vietnamesen einen Scooter. Alleine in Hanoi sind mehr als 3 Millionen dieser Töfflis täglich unterwegs. Das überqueren der Strassen will da gelernt sein. Von Hanoi aus unternehmen wir mehrere ein oder mehrtägig Ausflüge in die Umgebung. So besuchen wir die Bergregion um Sapa, die Halongbucht und Tam Coc.

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Reisfeldterrassen in Sapa

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Flussfahrt in Tam Coc

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Felsformation in der Halong Bucht

Nach diesen schönen und erlebnisreichen Tagen reisen wir weiter nach Hue…in einem Nachtbus, womit ich wieder beim Beginn des Artikels wäre. Nun aber genug für heute und ich werde versuchen doch noch ein wenig zu dösen.

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