Whiskey Vietnam

Posted by on 28. August 2013

Nachdem Daniels Boing 747 steil in den Himmel stieg, war die Trennung komplett. Komisch nach fünf Monaten plötzlich alleine zu sein. Aber bevor ich zu sentimental werden konnte, gab der Pilot Vollgas, nächster Halt Vietnam. Fünf Tage galt es tot zu schlagen bis zum freudigen Wiedersehen. So ganz alleine und ohne Ziel geht die Zeit doch zäh. In meiner Verzweiflung kaufte ich mir eine Fälschung des Buches “A Brief History of Time” von Stephen Hawking. Was soll ich sagen, das Universum dehnt sich aus, oder eben auch nicht, Licht reist extrem schnell, Licht kann abgelenkt werden, mir platzt der Kopf… Nach zwei Kapiteln gab ich auf und widmete mich den wichtigen Fragen im Leben. Wie kommt zum Beispiel das Wasser in die Kokosnuss?!

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Mit der Landung von Isa kam endlich wieder Leben in die Bude. Da Isa vor ein paar Jahren ein Praktikum in Ho Chi Minh City (ehemals Saigon) gemacht hatte, hiess es Freunde besuchen. Bei einer fröhlichen Hotpot Runde (asiatisches Fondue Chinoise) gab es Fischköpfe, Crevetten und grillierter Frosch. Lecker!

Am nächsten Tag ging es mit Tante Tam die Eltern einer Freundin von Isa auf dem Land zu besuchen. Nach 4 h Busfahrt wurden wir in der Nähe von Vung Tau am Strassenrand ausgeladen.

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Plastikhocker im Mittelgang erhöhen die Transportkapazität und Senken den Reisekomfort

Die Eltern sind Schweinbauern und wohnen in einem wunderschönen kleinen verschlafenen Ort. Nach einem herzlichen Empfang von Mami und Papi, hiess es für mich Whisky Vietnam trinken mit Papi. Zur lustigen Runde gesellte sich noch ein ein Kollege von Papi. Seine roten Bäckchen verrieten, das es heute nicht sein erster Whiskey Vietnam war.

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Whiskey Vietnam

Am nächsten Tag gings mit dem Töffli an den Strand, vorbei endlosen Gummibaum Plantagen. Isa sass bei Tante Tam hinten drauf und ich bei Papi. Auf dem Heimweg nach einem leckeren Essenstop schlief Papi auf dem Töffli ein. Ich dachte mir, er wird schon wissen was er tut, als er auf den grossen Stein zu steuerte. Nun Papi war am Schlafen und wurde erst jäh geweckt als das Töffli den Stein rammte. Zum Glück hat es nur die rechte Fussraste und den Bremshebel verbogen. Pilot und Passagier blieben unverletzt. Papi lachte herzhaft und sagte nur: “Whiskey Vietnam!”
Am folgenden Tag gings im Minibus zurück nach Saigon. Und immer wenn wir dachten, jetzt passt wirklich niemand mehr in den Bus, öffnete sich die Tür und die Ticketdame zerrte noch ein Gast mehr in den Bus. Nach 4 h amüsanten Stunden in der Sardienenbüchse erreichten wir wieder Saigon.
Ich träumte immer schon von langem und lockigem Haar und habe mir vorgenommen ein Jahr lang die Haare nicht zu schneiden. Nun der Geist war stark, die Hitze zu viel…

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Aus der Traum

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