The long way to Vlad

Posted by on 23. June 2013

Wo waren wir stehen geblieben? Stimmt! Irgendwo in der grünen Unendlichkeit zwischen Chita und Khabarovsk. Mittlerweile sind wir gut vorangekommen und nur noch zwei Tagesritte vor Khabarovsk. Campiert wurde auf einem alten Baustellenparkplatz, denn einfach ab der Strasse und sich ins Feld legen, wie in der Mongolei geht nicht. Dichtester Wald und sumpfigster Sumpf machen die Suche nach einem Campingplatz jeden Abend aufs neue zur Herausforderung. Mit den Mücken haben wir uns mittlerweile gut arrangiert, respektiv wir verziehen uns frühzeitig ins Zelt um den wahrscheinlich überflüssigsten Lebewesen dieser Erde aus dem Weg zu gehen.

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Tote Mücken, Strasse und Wald – Meine Sicht der Dinge

Wie dem auch sei, es war ein schöner und für einmal nicht regnerischer Morgen, als wir wieder den Highway unter die Räder nahmen.

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Schönes Wetter, gute Strasse, was will man mehr?

Schnell wurde die Fluggeschwindigkeit von über 100km/h erreicht und wir cruisten friedlich dahin, jeder sein eigenes Lied im Helm pfeifend. Plötzlich gibts einen fürchterlichen Schlag unter meinem Sitz und der Motor geht aus. Scheisse was ist jetzt los. Dann ein zweiter Schlag und ich sehe im Rückspiegel meine Kette auf dem Asphalt liegen. Vorbei mit der schönwetter Stimmung. Eine gerissene Kette kann katastrophale Folgen am Motor hinterlassen und verhindert in der Regel ein weiterkommen. Mulmig inspizieren wir mein Motorrad. Es stellt sich heraus, dass die Kette nur ein Zahn am vorderen Ritzel abgeschlagen hat, das Motorengehäuse hat jedoch keinen Schaden davon getragen. Glück gehabt! An der Kette selber zeigt sich, dass das Clipschloss, welches die Kette verbindet gerissen ist und eine Lasche umgebogen ist. Die Lasche wird von Daniel mit einem grossen Stein fachgerecht wieder gerichtet.

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Professionelle Reparatur mit Stein

Zum Glück habe ich noch einen Ersatzclip für die Kette dabei und so kann die Kette wieder zusammengefügt werden. Zwar knarxt sie und läuft unrund, aber sie läuft. Vorsichtig und mit reduzierter Geschwindkeit geht es weiter.

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Ob’s hält?!

Das Wetter hat sich wieder umentschieden und es regnet die ganze Zeit. Immer wieder halten wir an und beäugen unsere Ketten kritisch, denn auch Daniels Clipschloss zeigt extremes Spiel. Doch jedesmal scheint alles in Ordnung. Selbst mein mittlerweilen komplett abgefahrener Occasion-Hinterreifen aus Ulanbataar scheint sich zu halten. Nur noch 1700 Kilometer muss alles halten, dann ist Vladivostok erreicht. Und mit jedem gefahrenen Kilometer steigt die Hoffnung es heil bis an den Pazifik zu schaffen. Die Suche nach einem Campingplatz zieht sich weit in den Abend hinein, fündig werden wir am Fusse einer Richtstrahl-Handyantenne. Somit schlagen wir zwei Fliegen auf einmal, kein Sumpf und perfektes mobiles Internet im Nirgendwo. Morgen wollen wir nach Khabarovsk um zu duschen, dürfte auch nötig sein nach 6 Tagen ohne Körperpflege. Und so wird noch rasch per mobiles Internet ein Hotel gebucht, direkt aus dem grünen Nichts. Faszinierende neue Welt!

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