Strasse, was ist das?

Posted by on 1. May 2013

Nur noch eine bürokratische Hürde gilt es in Kasachstan zu nehmen. Wir müssen uns bei der Immigrtion Polizei registrieren. Weshalb bleibt uns ein Rätsel, so sind wir doch eben erst in der gleichen Stadt durch den Immigration Zoll durchgegangen und sind da schon registriert worden. Aber was solls, nicht denken, einfach machen. Wie im Militärdienst. Nachdem wir mit Hilfe eines Einheimischen das Gebäude gefunden haben klappt alles verhältnismässig einfach und nach gut zwei Stunden sind wir im Besitz des zweiten Stempels auf unserer Immigration Card.

SAMSUNG

Die hart erarbeitete Immigration Card

Die türkischen LKW Fahrer welche mit uns auf der Fähre waren haben uns vor der Strasse in Richtung Aktobe gewarnt. Wir denken noch, soo schlimm kann das wohl auch wieder nicht sein, decken uns aber trotzdem noch vor der Abfahrt in Aktau mit viel Wasser, Lebensmittel und Benzin ein. Eine gute Idee wie sich noch herausstellen soll…

dscn1086

Wasser und Benzin sichern das Überleben

Am Anfang ist die Strasse sehr gut und wir kommen rasch voran. Das einzig exotische das uns daran erinnert dass wir bereits weit weit weg sind von zuhause sind die Kamele am Strassenrand und die sehr asiatisch aussehenden Menschen. Bald ändern sich jedoch die Landschaft und zu unserem Leidwesen auch die Strasse. Die Vegetation wird immer karger und besteht bald nur noch aus einzelnen kleinen Büschen. Mit der Strassenqualität verhält es sich zu Beginn wieder mal klassisch, so wie meistens in diesen Ländern: Je weiter wir uns von der Metropole Aktau entfernen desto grösser werden die Schlaglöcher, bis nur noch einzelne Teerflecken die Schlaglöcher umranden. So weit so gut. Aber was dann folgt glaubt man nur wenn man es selbst gesehen hat. Obwohl diese Strasse als eine Hauptverbindungsachse auf den Karten eingetragen ist, ist ihr Zustand desaströs. Da heben und senken sich meterhohe Hügel und Täler mitten auf der Strasse.

dsc01166

Hauptverbindungsachse in Kasachstan

Die ganze Fahrt durch frage ich mich wie diese Verwerfungen entstehen konnten. Selbst wenn die Strasse zu Atombombentests missbraucht worden wäre, so sähe sie jetzt noch besser aus. Leider habe ich nur wenig Zeit weiter nachzudenken denn die grossen Wellen sind nur das eine Problem. Überlagernd hat man auf die kleinen, fiesen Schlaglöcher achtzugeben und immer auch ständigen die Sandverwehungen im Auge zu behalten.

dscn1079

Kamele, die einzige Abwechslung in der Landschaft

An ein schnelles vorankommen ist jetzt ncht mehr zu denken. Wir fahren nur noch so schnell wie wir es mit schlechtem Gewissen unseren Motorrädern und unserer Sicherheit zumuten können. Das Gerüttel ist so stark dass ich Blasen an den Händen bekomme. Als wir eine Pause einlegen bemerke ich, dass sich mein 5-Liter Wasser Kanister irgendwo auf der Strecke verabschiedet hat. Keine gute Idee in einer Wüste. Zum Glück haben wir immer noch genügend Nass dabei. Den ganzen restlichen Tag mühen wir uns mit diesen Strassenverhältnissen ab. Am Abend verlassen wir die Strasse und fahren einige hundert Meter querfeldein wo wir mitten im Nirgendwo unsere Zelte aufschlagen. Zum Abendessen kochen wir uns leckere Pasta mit noch leckererer Meatballs-Fertigsauce. Wenigstens das Wetter ist uns gnädig. Kaum ein Wölklein am Himmel und Temperaturen um die 30°. Eigentlich nicht so überraschend für eine Wüste. Das ganze resultiert in einem spektakulären Sonnenuntergang über der endlosen Steppe.

dsc01121

Kochen in der Wildnis

dsc01140

Was für ein Sonnenuntergang

Am nächsten Tag holt uns die Sonne bereits früh aus den Schlafsäcken. Raphi bemerkt dass sich durch die ständige Rüttelei sein Auspuff verschoben hat und die Airbox angekokelt hat. Gerade nochmals rechtzeitig bemerkt und bald behoben…vorübergehend. Wir brechen unser Lager ab und fahren los. Die Strasse nicht mehr ganz so schlecht wie am letzten Tag aber immer noch unglaublich schlecht. Bei einer grösseren Bodenwelle verliert Raphi bald einmal seinen Wasserkanister. Bei dieser Gelegenheit bemerkt er, dass die unglaublichen Schläge den Auspuff schon wieder verschoben haben. Wieder wird er neu platziert. Die Wüsete zeigt nun ihr wahres Gesicht. Am Strassenrand liegen immer wieder Kadaver von toten Pferden und Rindern. Wasser ist definitiv Mangelware hier und obwohl gerade mal 1. Mai steigen die Temperaturen bereits auf über 30°.

dscn1126

Trauriges Ende für dieses Pferd

Das Fahren auf diesen Strassen ist unglaublich anstrengend und ermüdend, sowohl physisch als auch geistig. So entscheiden wir uns am frühen Nachmittag in Beyneu, der ersten grösseren Siedlung seit Aktau ein Hotel zu suchen und hier zu übernachten. So bleibt auch genügend Zeit die entstandenen Schäden am Material so gut es geht auszubessern, denn an allen Ecken und Enden zeigen sich leichte Kampfspuren. Raphi muss am Abend leider feststellen, dass sein Laptop den Strapazen nicht gewachsen war und sich das Display verabschiedet hat.

dscn1130

Unser schmuckes Hotel in Beyneu

Leave a Reply