Nachtrag zu “Welcome to Azerbaijan”

Posted by on 22. April 2013

Nun heute gings 350 km nach Baku. Keine 20 Minuten in Fahrt wurden wir von zwei Polizisten rausgewunken. Die Goldzähne blitzen in der Morgensonne und die zwei Herren begrüssten uns mit kräftigen Händedruck. Es folgte die Fragen nach Motorleistung, Anzahl Zylinder und Reiseziel. Anschliessend wünschte man gute Reise und wir werden gebeten nach Möglichkeit im Wheely (auf dem Hinterrad) davon zu fahren. Diesen Wunsch konnten wir aus Mangel an fahrerischen Können leider nicht nachkommen. Es folgte ein langweiliger Ritt über endlose Weiten bei dem sich die Kompassnadel nie von der Position Ost verrückte. Im Nirgendwo tauchte plötzlich ein stationärer Blitzkasten auf, welcher uns prompt von vorne blitzt. Dazu muss man wissen, dass in Azerbaijan Geschwindigkeitsangaben sehr selten und uneinheitlich sind. Aus diesem Grund fahren wir in der Regel ein gutes Stück langsamer als die Einheimischen. 50 Kilometer weiter werden wir an einem Polizeikontrollposten herausgewunken. Und wieder strahlen die Goldzähne um die Wette. Wir verstehen, dass es um Radar und Speed geht, schalten aber auf stur und dumm. Da die kichernden Polizisten nicht weiterkommen, geben sie mir kurzer Hand ein englischsprechenden Kollegen via Telefon ans Ohr. Dieser meint wir wären viel zu schnell gewesen (wir waren den ganzen Tag ein Verkehrshinderniss) und “we must pay”. Ich erwiedere ihm, dass er mir sagen soll wo wir zu schnell waren und das ich gerne das Foto sehen würde. Dies löst bei ihm Ratlosigkeit aus und er verlangt wieder seinen Kollegen. Anschliessend folgt eine 10 minütige Pause, in welcher sich die Polizisten auf dem Motorrad fotografieren lassen, Motor starten, Motorradhelm- und Handschuh anziehen und sonst wie 15-jährige Teenies rumalbern. Der englischsprechende Kollege ruft zurück und möchte von mir etwas über Motorradbekleidung wissen. Ich verstehe ihn schlecht und er kann seinen Punkt irgendwie nicht rüberbringen (Meinte er es sei obligatorisch Motorradkleider zu tragen?! Keine Ahnung!) Jedenfalls nach 5 Minuten nicht existenter Kommunikation verlangt er entnervt seinen Kollegen. Das Interesse an den Motorrädern ist mittlerweile abgeflacht und somit die Busse anscheinend unwichtig.  Wir verabschieden uns und werden gebeten -richtig- im Wheely davon zu fahren.

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