Welcome to Azerbaijan

Posted by on 21. April 2013

Ich bring den verdammten Mistköter um. Das waren meine Gedanken in dieser Nacht zum ewigen Gebell des Nachbarhundes. Das Hostel in Tiflis wäre eigentlich sehr ruhig und gediegen gelegen, wäre dieser nervige Hund, mit den Ausmassen eines Kalbes, nicht. Am Morgen schmeisst ein Anwohner irgendetwas vom Balkon auf den Hund, dann war Ruhe. Problemlösung auf georgisch. Wir satteln und wollen los als wir merken, dass ein Auto in der Nacht die Ausfahrt versperrt hat. In bester georgischer Manier hupen wir am Sonntagmorgen um 10 Uhr in der Gegend rum, bis eine Nachbarin die Telefonnummer der gesuchten Autobesitzerin rausgibt. 15 Minuten später kommt diese total verpennt mit einer Zigi im Mundwinkel daher und macht den Weg frei. Wir fahren via Rustavi zügig auf die Grenze zu, mit zugegebenermassen einem ziemlich mulmigen Gefühl. Was haben wir nur alles schlechtes gelesen über Azerbaijan. Der Zoll geht ewigs, die Polizei schikaniert einem nach Strich und Faden und laut Wikitravel darf man in Azerbaijan nicht öffentlich Lachen, da Lachen ein Zeichen von geistiger Retardierung ist (http://wikitravel.org/en/Azerbaijan). Ja dann mal viel Spass.

Wir erreichen die die georgische Seite der Grenze und fahren an der doch beachtlichen Autokolonne nach vorne, wo wir von zwei Zöllner prompt abgefertigt werden. Mit besten Wünschen verabschieden uns die georgischen Zöllner. Weiter geht es zur Autoschlange auf der azerbaijanischen Seite. Und immer werden wir nach vorne gebittet…. Von den Autofahrer selbst! Werde das demnächst mal in der Schweiz versuchen:-) Wir quetschen uns zwischen Lastwagen und PKWs nach vorne. Zwischenzeitlich bleibt Daniel mit seinem dicken Hintern sogar stecken und muss sich unter Einsatz von viel Gas durchwürgen. Niemand störts. Halt ist vor einem riesigen schmiedeisernen Tor mit der Überschrift „Republic of Azerbaijan“. So muss eine Grenze aussehen. Sofort öffnet ein Soldat das grosse Tor und bittet uns mit den Worten „ Welcome to Azerbaijan“ hinein.

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Welcome to Azerbaijan

Ein zweiter Soldat öffnet für uns eine eigene Wartelinie, nimmt unsere Pässe und Fahrzeugpapiere entgegen und bringt sie der richtigen Person in einem Häuschen. Wir plaudern ganz entspannt mit den Soldaten und zeigen auf der Karte wo wir herkommen und wo wir hin wollen. Mit dem Finger auf Armenien zeigend meint der einte Soldat nur „ Don’t go there!“ Während unsere Papiere gecheckt werden, wird vis-a-vie ein kleiner zerbeulter Fiat mit einem älteren Ehepaar auseinander genommen. Plötzlich wird die Stimmung ernster und es kommen immer mehr Beamte. Grund sind weisse Päckchen, die aus allen möglichen Löchern aus dem Fiat gefischt werden. „Narcotics“ ist der Kommentar des Soldaten auf die Frage was das sei. Unser Gepäck interessiert niemand. Man darf ein Fahrzeug nur 72 Stunden in Azerbaijan einführen, anschliessend muss man es wieder exportieren oder im Zoll deponieren. Diesen Sachverhalt macht uns der Zöllner nochmals klar und schiebt den Satz „ Don’t be late“ nach. Wir müssen für je 15 Dollar eine Versicherung abschliessen und bekommen das Ticket für die Einreise. Mit besten Glückwünschen fahren wir zum Austrittstor, geben dem Soldaten unsere Ticket und das wars. Keine 3/4 Stunde hat das ganze Manöver gedauert.

Mit 13 Azerbaijan Manat im Sack (15.40 Chf) steuern wir die erste Tanke an. Wir machen dem Tankwart, welcher Zürich-Basel-Bern kennt, klar dass wir die 13 Manat gerne hälftig auf die Tanks aufgeteilt hätten. Wir sind uns nicht sicher als bei mir 12 Liter Benzin reingeflossen sind, ob der Tankwart verstanden hat was wir wollten. Dieser füllt jedoch seelenruhig nochmals 12 Liter in Daniels Tank. Alright! Ein Liter Benzin kostet in Azerbaijan 65 Rappen!

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Die Polizei ist allgegenwärtig

Wir fahren gemütlich gegen Gence unser Tagesziel für heute. Auf dem Weg passieren wir eine Polizeikontrolle nach der Anderen. Nichts passiert. Und wie war das mit „Lachen verboten“? Jedes zweite Auto gibt uns Lichthupe, am Strassenrand winken und lachen sie uns zu. Stellenweise kommt man schlicht nicht nach alle gebührend zurück zu grüssen. Und so grüssen wir links und rechts fröhliche Menschen. Geistige Retardierung sieht anderst aus!

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Unsere Bleibe mit Porsche

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Wie neu!

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