Schlammschlacht zum UNESCO Kloster

Posted by on 19. April 2013

Das Wetter zeigt sich heute wieder etwas von der freundlicheren Seite, zumindest im Vergleich zu den vorherigen Tagen. Die Sonne ist zwar immer noch nicht zu sehen aber zumindest auch kein Regen mehr. Für uns gut genug um einen Tagesausflug ins Umland zu starten. Unser Ziel ist das direkt an der aserbaischanischen Grenze gelegene Dawit Garedscha Kloster. Laut Reiseführer Raphi weltberühmt und UNESCO Weltkulturerbe. Die angebotene Wegbeschreibung der Hostelchefin schlagen wir mit den Worte „We have navigation“ in den Wind. Streng nach dem Motto der Weg ist das Ziel verlassen wir bereits kurz nach Tiflis die Hauptstrasse und biegen auf einen Kiesweg ein. Eine Abkürzung laut meinem Garmin Navi. Das Wort Abkürzung ist aber ausschliesslich streckenmässig zu verstehen, denn zeitmässig kostet uns diese Abkürzung etwa das fünffache an Zeit. Der anfänglich passable Kiesweg weicht mehr und mehr riesigen wassergefüllten Schlaglöchern die Minimum die Ausmasse des Kaspischen Meeres besitzen. Nach den Schlaglöchern folgt Schlamm, Schlamm und nochmals Schlamm. Die Räder bewegen sich in alle möglichen Richtungen. Wirklich bestimmen wohin kann man allerdings nicht mehr. Meine glänzende Idee auf die angrenzende Wiese auszuweichen wird prompt mit dem ersten Sturz des Tages belohnt. Nichts passiert, weiter geht’s.

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Georgische Weite auf dem Weg zum Kloster

Irgendwann einmal ist auch die längste Abkürzung zu Ende und wir kommen wieder auf eine Teerstrasse. Zumindest mehr Teer als Schlagloch. Mit guter Geschwindigkeit kommen wir jetzt vorwärts und wähnen uns plötzlich nur noch weniger als 2 Kilometer von der Aserbaischanischen Grenze entfernt. Wir hatten erwartet, dass das Kloster gut ausgeschildert und von dutzenden von Reisbussen besucht wird. Weit und breit ist aber kein Mensch zu sehen, geschweige denn ein Strassenschild. Hätten wir doch auf die Wegbeschreibung am Morgen gehört. Dann endlich ein Schild, oder sagen wir was davon übrig ist, mit passender Aufschrift.

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Ja genau da wollen wir hin..oder?

Der Pfeil zeigt unverkennbar auf einen äusserst schlammigen Pfad steil den Berg runter. Kein Problem, runter geht immer. Sturz zwei und drei später ist fertig lustig.

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Stellvertretend für die vielen Stürze der Z, hier dieses Bild

Bei beiden Motorrädern hat sich der zähe Schlamm derart zwischen Kotflügel und Vorderrad verkeilt, dass dieses blockiert. Mit festgefahrenem Vorderrad und durchdrehendem Hinterrad schieben wir unsere Töffs an die Seite und gehen zu Fuss weiter. Weit oben am Berg sehen wir dann etwas das aussieht wie Klosterhöhlen. Viel zu weit weg aber, um mit den Motorradstiefeln hinzulaufen. Also kehren wir um und besprechen das anstehende Problem. Wie bekommen wir unsere Maschinen wieder den Berg hoch? Die Möglichkeit den Weg wieder zurückzufahren verwerfen wir. Nach nur wenigen Metern in diesem Schlamm blockieren unsere Vorderräder und an ein Weiterkommen ist nicht zu denken.

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Sch…. Schlamm, zäh wie frisch angerühreter Beton

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Es ist definitiv kein Mythos. Das Vorderrad kann blockieren weil sich der Schlamm zwischen Kotflügel und Rad verkeilt

Also fahren wir eine nach links steil abfallende Wiese den Berg hoch. Der Z rutscht in der Entscheidenden Passage der Hinterreifen weg. Es folgen mindestens 30 Minuten Fluchen, Schwitzen und der volle Einsatz von zwei Männern. Sturz 4- 10 später ist es dann aber geschafft und wir haben wieder die rettende Asphaltstrasse unter den Reifen.

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Geschafft!! Endlich wieder oben.

Erschöpft und mit schmerzenden Rücken vom Motorrad aufheben machen wir uns auf den Nachhauseweg. Bei einer Waschanlage lassen wir unsere Yamahas von geschätzten 50 kg Schlamm befreien und kehren dann zum Hostel zurück. Fazit des Tages: Viele Stürze, eine verkrümmte Schraube an der Lenkerklemme und das Kloster zumindest von der Ferne gesehen. Zur Klärung: Zum Kloster führt tatsächlich eine Asphaltstrasse. Wir folgten jedoch fälschlicherweise den Schildern zu den Klosterhöhlen, welche leider nicht so gut erschlossen sind.

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Ab zum waschen!!

One Response to Schlammschlacht zum UNESCO Kloster

  1. Melina

    Hello jungs!
    Hehe..ich liebe de humor i üchne texte! Wiiter so! Aalerdings mit de stürz: nicht weiter so! :-)
    Hebid sorg! Kiss kiss melina

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